Wer die Wahl hat, kriegt jetzt Post

Weserbergland (ey/ul). Die heiße Phase des Bundestagswahlkampfes ist eröffnet, die Spannung steigt. Doch obwohl die Kreuze bereits in weniger als sieben Wochen gemacht werden – die Bundestagswahlen finden Sonntag, 24. September, statt –, sind den Bürgern noch keine Wahlbenachrichtigungskarten zugestellt worden. Ergo können sie keine Briefwahlunterlagen beantragen. Ist das eigentlich normal?

„Ja, alles okay“, bestätigt Hamelns Stadtsprecher Thomas Wahmes. Die Vorbereitungen zu den Bundestagswahlen liefen problemlos auf allen kommunalen Ebenen, so auch bei der Stadtverwaltung in Hameln. Das Zeitfenster sei kein anderes als vor vier oder acht Jahren. Beispiel: „Die Bundestagswahl 2009 hatte am 27. September stattgefunden; die Wahlbenachrichtigungen waren am 29. August den Wählern zugesandt worden, die Briefwahl war ab dem 7. September möglich.“ Auf das aktuelle Zeitfenster bezogen bedeute dies, das in den kommenden zwei bis drei Wochen die Benachrichtigungen verschickt würden.

Merkel oder Schulz – die Kanzlerfrage beschäftigt die Deutschen seit Monaten. Möglich, dass auch dieser Umstand die Spannung wachsen lässt und manch einen ungeduldig auf die Wahlbenachrichtigung warten lässt. Beim Landkreis Hameln-Pyrmont stehen alle Zeichen auf Vorbereitung. Während in den Städten und Gemeinden die Wahlberechtigten angeschrieben werden, organisiert die Kreisverwaltung den Druck der Stimmzettel.

Viel Zeit hat der Hauptsachbearbeiter für den Wahlbezirk 46 nicht. Lukas Essmann bereitet die Bundestagswahl im Auftrag des Kreiswahlleiters Carsten Vetter und seiner Vertreterin Sabine Meißner vor; sie sind verantwortlich für die Organisation der Bundestagswahl in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden sowie im Landkreis Northeim für die Gemeinden Flecken Bodenfelde, Stadt Uslar und das gemeindefreie Gebiet Solling. Es ist die zweite Bundestagswahl, die der Landkreis Hameln-Pyrmont mit dem Landkreis Holzminden als Wahlkreis 46 gemeinsam koordiniert. Bundesweit gibt es 299 Wahlkreise.

Die Stimmzettel mit den Direktkandidaten (Erststimme) und der Landesliste der Parteien (Zweitstimme) wurden vom Landkreis erstellt. Der Landeswahlausschuss hat getagt, die Zeit der Beschwerdefrist ist am 1. August abgelaufen. „Weil es keine Beschwerde zur Landesliste gab“, so Essmann, konnte er jetzt den Druckauftrag für die Stimmzettel vergeben.

Rund 190000 Bürger (118000 Hameln-Pyrmont und 72000 Holzminden) erhalten von ihrer Kommune (den Städten Hameln, Bad Pyrmont, Hessisch Oldendorf, Bad Münder, den Gemeinden Emmerthal, Aerzen, Coppenbrügge und Salzhemmendorf sowie den Gemeinden des Landkreises Holzminden, der Stadt Uslar und des Fleckens Bodenfelde) laut Landkreis-Pressestelle voraussichtlich ab Mitte August die Wahlbenachrichtigung. Aber richtig viel Arbeit erwartet die Mitarbeiter im Kreishaus erst am 24. September, dem Tag der Wahl, und kurz davor. Allein um die Briefwahl abzuwickeln, würden zudem 172 freiwillige Mitarbeitende als Helfer aktiv.