Brandschutzmaßnahmen sorgen für Kopfschütteln

Hameln (kk). Erst sanieren, dann abreißen? Die Brandschutzmaßnahmen, die im Rat für die Feuerwehrhäuser in den Ortschaften der Stadt Hameln beschlossen wurden, sorgen für Kopfschütteln. „Wir stecken Gelder in Häuser, die eh bald komplett saniert oder abgerissen werden“, gibt Sven Kornfeld, Fraktionsvorsitzender der Grünen, im Rat zu. So wie in Rohrsen: Bevor 2021 der Abrissbagger kommt und über eine Million Euro für den Neubau ausgegeben wird, wird im kommenden Jahr die „Übergangsmaßnahme“ mit 60000 Euro im Haushalt veranschlagt. In Haverbeck passiert das Gleiche. Auch am Halvestorfer Feuerwehrhaus wird – ebenfalls für 60000 Euro – „eine Fluchttreppe zur Sicherstellung des zweiten Rettungsweges“ wie es heißt, errichtet – obwohl es erst vor einigen Jahren komplett umgebaut worden ist.

Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Brandschutzmaßnahmen an den Feuerwehrhäusern in Rohrsen, Halvestorf, Haverbeck, Unsen, Holtensen und Hilligsfeld auf über 330000 Euro. „Das tut uns auch allen ein Stückchen weh“, gesteht SPD-Fraktionsvorsitzender Wilfried Binder; aber damit die Brandschützer ihre Feuerwehrhäuser für Schulungen nutzen können, müsse umgehend in den Brandschutz investiert werden.

Eine Zwischenlösung – wie beispielsweise für das bald abgerissene Gebäude in Rohrsen – zu finden, wäre noch teurer geworden. „Hätte man nicht die Feuerwehrleute in anderen Schulungsräumen unterbringen können?“, fragt Kornfeld, dem eine grundlegende Diskussion zu diesem Thema in der letzten Ratssitzung gefehlt hat. Doch beim Thema Brandschutz, so betont es die Stadtverwaltung, müsse schnell gehandelt werden.

„Früher“, sagt Rohrsens Ortsvorsteher Jobst-Werner Brüggemann (CDU), habe es ganz andere Möglichkeiten gegeben: „Da gab es Elemente, die konnte man noch selbst aufeinandersetzen“ – heute kosten Treppe und Gaube, die als Fluchtweg dienen, eben mal 60000 Euro. Das ist auch dem langjährigen Ortsvorsteher zu viel Geld. „Wir bemühen uns daher, das Ganze auf andere Füße zu stellen“, so Brüggemann. Heißt konkret: Die Kosten für den Brandschutz sollen günstiger werden.

Brüggemann ist dabei, einen Förderverein ins Leben zu rufen. Dieser werde dann die Brandschutzmaßnahmen am Feuerwehrhaus in Rohrsen umsetzen. Mit einem Unternehmer hat sich Brüggemann bereits am Feuerwehrhaus getroffen – ein Angebot hat der Ortsvorsteher schon vorliegen. Die Kosten betragen „auf jeden Fall wesentlich weniger als 60000 Euro“.

Noch ist nichts in trockenen Tüchern; Brüggemann ist aber zuversichtlich, durch seine Initiative den Haushalt der Stadt Hameln entlasten zu können.