Höhere Bordsteine für Barrierefreiheit

Bad Pyrmont (mes/ey). Gerade in einer Stadt, in der vermehrt ältere Menschen leben, sollte Barrierefreiheit selbstverständlich sein. Vor diesem Hintergrund sind bereits 2014 sieben Bushaltestellen in Bad Pyrmont saniert worden. Sie wurden so umgebaut, dass Nutzern des Öffentlichen Personennahverkehrs ein barrierefreier Zustieg in die Busse ermöglicht wird. 2019 sollen weitere Haltestellen folgen, wie Hans-Joachim Böhnke von der Bauverwaltung auf Anfrage mitteilt.

„Bushaltestellen gehören zur Daseinsvorsorge“, betont Stadtsprecher Wolfgang Siefert. 50 Stück gebe es insgesamt im Stadtgebiet. „Zum 1. Januar hat die Stadt die Bushaltestellen von den Stadtwerken übernommen“, sagt Böhnke. Derzeit laufen Planungen, welche weiteren Haltestellen im übernächsten Jahr eine Überholung erfahren sollen. Für einen barrierefreien Zustieg in die Busse werden dafür die Bordsteine erhöht. „Außerdem wird auch geprüft, ob die Beleuchtung ausreichend ist“, fügt Wolfgang Siefert hinzu. Er unterstreicht zudem, dass auch der Seniorenbeirat und der Beirat für Menschen mit Behinderung in die Planungen mit eingebunden werden.

Um die Finanzierung stemmen zu können, hofft die Stadt, ins Förderprogramm 2019 der Landesnahverkehrsgesellschaft Hannover aufgenommen zu werden. In Hameln hat sie eine ähnliche Maßnahme mit 75 Prozent gefördert. Hier wurden und werden über 300 Haltestellen umgebaut. Vor allem kommt es auf die Höhe der Haltestelle an: Die barrierefreien Bus-Stopps sind mit speziellen Busborden und Leitlinien für Sehbehinderte ausgestattet.

Das Haltestellenprogramm 2017 läuft in der Rattenfängerstadt mit acht Sanierungsprojekten. Laut Michael Sander, zuständig für infrastrukturelle Maßnahmen bei den Öffis Hameln-Pyrmont, sind die Baumaßnahmen im Hinblick auf eine alternde Gesellschaft wichtig. „Diese Umbauten von Haltestellen machen es im Zusammenhang mit den Niederflurbussen möglich, dass Menschen, die auf einen Rollator angewiesen sind, ohne Stufen zu steigen die Busse nutzen können.“

Die Haltestellen werden zu sogenannten Kaphaltestellen umgebaut und mit speziellen Busborden ausgerüstet. Somit kann der Bus gerade anfahren und sich auf Höhe des Bords absenken. Eine Kaphaltestelle ist eine Sonderform der Haltestelle am Fahrbahnrand, bei der der Wartebereich in die Fahrbahn hineingezogen wird. Der Bus muss seine Fahrspur bei der Anfahrt an die Haltestelle nicht verlassen. Die Spaltbreite (Abstand zwischen Randstein/Gehweg und Bus) im Einstiegsbereich kann aufgrund einer gradlinigen Anfahrt weiter minimiert werden. Der Bordstein kann damit bis zu 21 Zentimeter hoch werden, wodurch der Neigungswinkel der Rampe (wichtig für den Zustieg von Rollstuhlfahrern) wiederum verringert werden kann. Flächeneinsparung oder Raum für den größeren Wartebereich wirken nochmals positiv.