BHW-Standort bis 2023 sicher

Hameln/Bonn (tt). Gute Nachrichten für Hamelns BHW-Mitarbeiter: Der Standort ist bis Ende 2023 sicher. Der neue Tarifvertrag für die 18000 Mitarbeiter von Bonner Postbank und Hamelner BHW steht.

In der Nacht zu Donnerstag haben sich die Tarifparteien nach langen Stunden der Verhandlungen auf ein Gesamtpaket aus Kündigungsschutz und Gehaltserhöhungen geeinigt. Der für die Postbank-Tochter BHW und den Wirtschaftsstandort Hameln wichtigste Punkt der Einigung ist die erklärte Standortsicherheit bis zum Ende des Jahres 2023. Am BHW-Standort in Hameln sind in der Kreditservicegesellschaft, der Bausparkasse und der Postbank Finanzberatung knapp 3000 Mitarbeiter beschäftigt.

Mit dem Verhandlungsergebnis zeigten sich am Donnerstag Gesamtbetriebsrat Timo Heider von Verdi sowie Petra Fecho von der Komba-Gewerkschaft in Gesprächen mit der Dewezet „sehr zufrieden“. Vor allem die Punkte Standortsicherheit und Kündigungsschutz seien für die Gewerkschaften extrem wichtig gewesen – deshalb dann auch „in den Verhandlungen die Knackpunkte“. Die Gewerkschaften hatten eine Standort-Garantie gefordert, nunmehr ist man bei der Sprachregelung Standortsicherheit. Heider sagt: „Es gibt keine ausdrückliche Garantie. Was es gibt, ist die Vereinbarung, dass die Arbeitgeberseite bei eventuellen Plänen zu Veränderungen des Standortes Hameln die Gewerkschaften einbeziehen und sich mit ihnen einigen müssen.“ Fecho ergänzt, dass dieses de facto bis Ende 2023 eine Absicherung des Standortes und der Mitarbeiter bedeute, da die Gewerkschaften Veränderungen des Standortes nicht zulassen würden.

Die Tarifeinigung sieht neben der Standortsicherheit für Hameln einen Kündigungsschutz für die Mitarbeiter bis zum 30. Juni 2021 vor – bis dahin wird auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet. Zudem steigen die Gehälter der Mitarbeiter in drei Schritten in einer Gesamthöhe von 4,9 Prozent. Der erste Schritt erfolgt rückwirkend zum 1. April 2017 mit einer Erhöhung um 1,7 Prozent. Um weitere 0,9 Prozent sollen die Gehälter von Januar 2018 an steigen. Der dritte Schritt mit einer Erhöhung um 2,3 Prozent ist dann für Januar 2019 vorgesehen. Die Gesamtlaufzeit beträgt 28 Monate.

„Gute

Ausgangssituation“

Die Gewerkschaften betrachten das Ergebnis als gute Basis für die kommende Integration der Postbank in die Deutsche Bank. Heider: „Die Absicherung des Standortes und der vereinbarte Kündigungsschutz sind bei der Ausgestaltung der neuen Bank eine gute Ausgangssituation.“ Dies gebe zusätzliche Sicherheit – allerdings dürfe niemand vergessen, wie stark BHW ohnehin sei: „Wir können beruhigt in den Integrationsprozess mit der Deutschen Bank gehen. Mit den vereinbarten Regelungen noch etwas beruhigter.“

Hamelns Oberbürgermeister Claudio Griese zeigte sich im Gespräch mit der Dewezet zufrieden mit der Entwicklung bei BHW: „Ich bin sehr erleichtert und sehr froh über das deutliche Signal für die Sicherheit von BHW. Das ist gut für die Beschäftigten und für Hameln als Standort.“