Ins Horn geblasen

Hameln (ey/jz). Ja, es ist absolut gerechtfertigt, die Hubertusmesse in den Mittelpunkt zu rücken. Und nein, es entspricht absolut nicht den Tatsachen, dass diese Veranstaltung nur etwas für Jäger ist. Und so vermag es kaum ein Wunder zu sein, dass die Hubertusmesse im Münster Sankt Bonifatius in Hameln am kommenden Donnerstag, 2. November (Beginn: 19.30 Uhr), bereits zum 40. Mal stattfindet!

Eintrittskarten? Gibt es nicht! Der Eintritt ist frei. Fast scheint dies logisch, denn im Grunde handelt es sich zunächst einmal um einen ökumenischen Gottesdienst, in diesem Fall mit Superintendent Meyer und Pfarrer Uchtmann. Aber es ist eben ein sehr besonderer Gottesdienst, denn im Fokus steht die Jagdhornbläsergruppe Hameln-Pyrmont, eine Gruppe, die in ihrem Genre jedes Jahr Preise auf Landes- und Bundesebene erhält, weil sie im Laufe der Jahrzehnte aus dem Blasen von Jagdsignalen heraus auch Musikstücke einstudiert, ja zele-briert hat – und das mit Pless- und Parforcehörnern! Die Hörner werden in der Tonart B geblasen. Parallel hierzu entwickelte sich das Blasen der Parforcehörner in der Tonart ES. Der Tonumfang ist größer und ermöglicht das Spielen von Chorälen und Kirchenliedern.

Hinter der Hubertusmesse steckt vitale Hameln-Pyrmonter Geschichte. Unter der Leitung von Hans von Stietencron aus Welsede übte die Jagdhornbläsergruppe Hameln-Pyrmont Mitte der 1970er-Jahre die Stücke der Hubertusmesse ein. 1977 wurde die erste Hubertusmesse noch in den Emmerwiesen bei Hämelschenburg als evangelischer Gottesdienst anlässlich einer Reitjagd gefeiert. Seit 1978 lädt die Münstergemeinde Sankt Bonifatius die Bläsergruppe zum ökumenischen Gottesdienst am Vortag des Hubertustages ein.

Seit 1991 leitet Friedhelm Blickwedel aus Börry die Jagdhornbläsergruppe Hameln-Pyrmont. Die Erfolge auf Bundes- und Landesmeisterschaft sind weiterhin ein großer Ansporn für die Gruppenmitglieder. Im Jahr 2017 wurde auf Bundesebene auf den Meisterschaften am Jagdschloss Kranichstein bei Darmstadt ein erster (bei den Plesshörnern) und ein dritter Platz (in der gemischten Gruppe, Pless- und Parforcehörner) erreicht. Beim Kürwettbewerb auf Landesebene in Rastede gewann die Gruppe in der Oberstufe mit dem Vortrag von Jägermärschen. Die Parforcehornbläser werden von Inge Sporleder aus Bessinghausen geleitet. Die Gruppe übt vor der Messe intensiv.