Öffis ökologisch: Mehr saubere Busse

Hameln-Pyrmont (mes). E-Bikes, E-Autos, E-Busse – der Elektroantrieb gilt als eine der Zukunftstechnologien. Mit ihm könnten einerseits drohende Fahrverbote vermieden und gleichzeitig die Stickoxid-Belastung reduziert werden. Könnte man die öffentliche Busflotte dann nicht auch auf alternative Antriebstechnologien umstellen? Die Chance ist groß, und immerhin erhalten die Öffis Hameln-Pyrmont dafür jetzt auch Geld aus dem ÖPNV-Förderprogramm!

Konkret erhält der Landkreis Hameln-Pyrmont Fördergelder für die Anschaffung von acht Omnibussen für die Regionalverkehr Hameln-Pyrmont GmbH, für die Grunderneuerung und den Neubau von acht Haltestellen in der Stadt Hameln und von sechs Haltestellen in Hessisch Oldendorf sowie für den barrierefreien Ausbau der Haltestelle Breslauer Allee in Hameln. Insgesamt werden im Rahmen dieser Maßnahmen über 2,2 Millionen Euro investiert.

Im öffentlichen Nahverkehr geht der Trend bei Bussen zum Elektro-, Hybrid- oder Gasantrieb. Zwar sind Öko-Busse deutlich teurer. Aber mittelfristig scheinen die Tage der Diesel-Busse im Stadtverkehr gezählt. In Niedersachsen nutzen viele Städte Elektro-, Hybrid- oder erdgasbetriebene Busse im Voll- oder Testbetrieb, und das Land fördert Öko-Busse besonders. Im vergangenen September hatten die Mitglieder des Umweltausschusses die Kreisverwaltung Hameln-Pyrmont beauftragt, Möglichkeiten zu prüfen, damit die Fahrzeugflotte der Öffis und Kreisabfallwirtschaft künftig weniger Schadstoffe ausstößt. Dabei steht auch ein Umrüsten auf Fahrzeuge mit Hybrid-, Vollelektrotechnik oder anderen alternativen Antriebstechnologien zur Debatte. Ein E-Bus kostet über 500000 Euro, ein herkömmlicher Bus 220000 bis 250000 Euro. Immerhin verfügen die Öffis über 130 Fahrzeuge (inklusive Busse der Subunternehmer). Bis auf zwei Gas-betriebene Busse sind ausschließlich Dieselfahrzeuge unterwegs.

Ob ein umweltfreundlicher Antrieb bereits in den acht neuen Bussen zum Einsatz kommt, die die Öffis jetzt dank Geldern aus dem ÖPNV-Förderprogramm erhalten, bleibt abzuwarten. Aber: „Es wird aktuell geprüft, ob ein Teil der älteren Fahrzeuge mit einem SCR-Filtersystem nachgerüstet werden kann. Durch Nutzung dieser Technologie in Kombination mit ‚AdBlue‘ würde die aktuell gültige Abgasnorm EURO6 erfüllt“, erklärt Melanie Talbot, bei den Öffis Hameln-Pyrmont zuständig für Qualitätsmanagement/Marketing, auf Nachfrage von HALLO zum Sonntag.

Fest steht: Der Landkreis Hameln-Pyrmont erhält aus dem ÖPNV-Förderungsprogramm 2018 des Landes Niedersachsen Geld für verschiedene Investitionen in den öffentlichen Personennahverkehr. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung fördert in diesem Jahr insgesamt 270 Einzelmaßnahmen mit über 82 Millionen Euro. „Ich freue mich sehr, dass der Landkreis Hameln-Pyrmont für die Stärkung des ÖPNV in der Region gefördert wird“, so der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Dirk Adomat über die Nachricht aus dem Ministerium.

Bereits im vergangenen Jahr konnten in Hameln mit Fördergeldern Bus-Stopps barrierefrei saniert werden. Rund 80 der insgesamt 364 Haltestellen in der Rattenfängerstadt sind damit auf dem neuesten Stand, können problemlos von den Niederflurbussen angefahren und auch von Rollstuhlfahrern bequem genutzt werden.