Grippe legt den Landkreis lahm

Weserbergland (ul). Die Grippe grassiert besonders heftig! Das Weserbergland hustet, der Landkreis fiebert extrem. IN den Betrieben gibt es zahllose Kranheitsfälle. Die Hausärzte können sich derzeit nicht retten vor Patienten. „Die Wartezimmer sind voll. Und auch einige Ärzte hat es erwischt“, bestätigt Dr. Raffael Boragk. Der Influenza-Virus ist besonders heftig, und der Impfstoff deckt nicht vollständig den Schutz vor dieser Influenza ab, es sei denn man hat den Vierfach-Impfstoff erhalten. „Mit der Grippewelle ist es derzeit katastrophal“, berichten Arzthelferinnen in vielen praxen. Und kein Arzt kann derzeit genau voraussagen, ob der Höhepunkt bereits erreicht ist.

Insgesamt handele es sich um zweierlei Virenmuster, so Dr. Eva-Maria Kraske. Es gibt Patienten, die haben einen Tag lang hohes Fieber und dann einen schlimmen Reizhusten, der lange anhält. Diese Erkrankung ist ein hochfiebriger grippaler Infekt. Andere Patienten haben drei bis vier Tage hohes Fieber von 40 Grad, dabei handelt es sich um die „echte“ Influenza. Und wie Dr. Raffael Boragk erläutert, haben derzeit nach Wocheninformation des RobertKoch-Instituts, zwei Drittel der Patienten die echte Influenza, und nur ein Drittel der Patienten kommt mit dem grippalen Infekt davon.

Viele Patienten schaffen es nicht, zum Hausarzt zu gehen, sind zu schlapp. Ihnen hilft, viel zu trinken, viel zu schlafen und eventuell auch fiebersenkende Mittel und auch schmerzsenkende Medizin zu nehmen. Als altes Hausrezept wird auch gern eine Hühnersuppe empfohlen. Für alle Patienten gilt: Sie sollen sich auch nach der Erkrankung schonen, damit sie keine Folgeerkrankungen erleiden, die sich auf Herz oder Lunge niederschlagen! So empfehlen die Ärzte, die Lunge abhorchen zu lassen, um eine Lungenentzündung ausschließen zu können.

Die Praxen sind natürlich auch so voll, weil die Patienten eine Krankschreibung für den Arbeitgeber brauchen, und die werden derzeit auch zum Schutz der noch gesunden Mitarbeiter eher etwas großzügig ausgestellt, denn es nutzt weder dem Patienten selbst noch seinen Kollegen, wenn sie angesteckt werden, oder der Patient die Grippe verschleppt und dann mit Herzschädigung oder Lungenentzündung erst so richtig lange krank ist.

Mehr als 42000 neue Infektionen bundesweit in nur einer Woche, meldet gestern der Spiegel. Die Zahl der Grippefälle sei in Deutschland erneut gestiegen. Bereits ein Todesfall wurde schon in Hameln gemeldet. Und Dr. Eva-Maria Kraske weist darauf hin, dass niemand – auch wer noch so sportlich ehrgeizig ist – nach der Erkrankung sofort schnell wieder Sport machen soll, „denn damit könnte sich ein Folgeschaden auf weitere Organe auswirken, und damit sei nun wirklich nicht zu spaßen“.