Kröten und Crashs: Das ewige Dilemma

Hameln / Hessisch Oldendorf (mes). Gerade eben noch waren es minus zehn Grad Celsius, und plötzlich sollen schon die Kröten wieder Frühlingsgefühle haben? Zumindest gab die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Hameln-Pyrmont (Info 05151/9034403) über ihre Sprecherin Sandra Lummitsch gestern bekannt, dass jetzt wieder verstärkt mit Krötenwanderung zu rechnen sei. Verkehrsteilnehmer sollten das Tempo reduzieren, auf Tempolimits und „Krötensammler“ achten.

In der Dämmerung der Morgen- und Abendstunden gehen bei milden Temperaturen und gerade bei regnerischem Wetter Frösche, Kröten, Lurche und Salamander auf die Wanderschaft. Im Bereich der „kreisregional bedeutsamen Amphibienwanderwege“ kreuzen bei günstiger Witterung Tausende von Tieren die Straßen, um zu den angestammten Laichbiotopen zu gelangen. Der von einem inneren Trieb gesteuerte Wanderdrang endet oft mit dem Tod unterm Autoreifen. „Aus diesen Gründen sind die bedeutsamen Wanderwege durch Hinweisschilder gekennzeichnet“, sagt Sandra Lummitsch. Als Schutzvorkehrungen sind Amphibienschutzzäune aufgestellt worden.

Ab Freitag, 9. März, werden in Hameln zeitweise folgende Straßenabschnitte gesperrt: Klütwald im Bereich der Wiengrund- und Riepenteiche in der Zeit von 19 bis 7 Uhr (die Zufahrt zum Finkenborn sowie zur Riepenburg ist über den Finkenborner Weg möglich) und die Straße „Zum Schweineberg“ entlang der Krummen Beeke zwischen Holtensen und Rohrsen / Hottenbergsfeld in der Zeit von 19 bis 6 Uhr (Zufahrt zur Heisenküche über Holtenser Landstraße bleibt frei). Tempolimits gelten für Streckenabschnitte an der Klütstraße stadtauswärts in Höhe des Tierheims (50 km/h), an der K 1 zwischen Holtensen und Welliehausen (70 km/h), an der L 423 am Ortsausgang Unsen / Waldbad (50 km/h) und am Ortsausgang Rohrsen Alte Mühle / Düth (30 km/h). Tempo reduzieren, aber keine riskanten Ausweichmanöver starten – das rät der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) Autofahrern zu Beginn der Krötenwanderungen. Denn ansonsten bestehe die Gefahr, etwa in den Gegenverkehr zu steuern.

Seit vielen Jahren helfen Naturschützer den wandernden Tieren, auch in Hameln-Pyrmont tragen sie die Kröten über die Straße und legen Ersatzlaichgewässer an. Die Nabu-Gruppe Hessisch Oldendorf/Hameln sucht noch freiwillige Helfer.