Es tut sich erst mal gar nichts

Hameln. Über ein Jahr ist es jetzt her, dass die Stadt Hameln ihre Gartenpächter an der Fischbecker Straße förmlich vor die Tür gesetzt hat. 16 Pächter der städtischen Grundstücke mussten Anfang 2017, teils unter Androhung von Räumungsklagen, ihre Grundstücke an der Weser verlassen. Weil entlang des Ufers ein neuer Radweg gebaut werden soll. Doch mit der Umsetzung dieses Vorhabens hat es die Stadt nicht so eilig, wie es vor einem Jahr noch durch die Räumungsanordnungen hätte vermutet werden können. In den ehemaligen Gärten an der Fischbecker Straße tut sich aktuell: nichts.

Im März 2018 sind an den Wesergrundstücken nicht mehr als verbliebene Überreste der Freizeitgärten zu finden. Viele der ehemaligen Pachtgärten sind vollends abgeräumt, in manchen liegt noch Altholz, in anderen Sperrmüll. Im Hamelner Rathaus ist das bekannt: „Der Großteil der Gärten in städtischer Hand ist geräumt, einige Restarbeiten stehen jedoch noch aus“, heißt es auf Anfrage.

Der geplante Radweg, der aus Richtung Jugendherberge zum Upnor-Gelände, dem ehemaligen Übungsplatz der britischen Armee, führen soll, steht aktuell offenbar nicht auf der Liste der dringendsten städtischen Vorhaben. „Der Radweg wird erst gebaut, wenn das Upnor-Gelände erworben und entsprechend überplant worden ist“, sagt Stadtsprecher Thomas Wahmes.

Bis es so weit ist, könnten noch gut ein paar Jahre ins Land ziehen. Mit „mittel- bis langfristig“ hat die Stadt die Umgestaltung des Upnor-Geländes, wo einmal ein vielfältig nutzbares Freizeitgelände entstehen soll, in ihrer sogenannten Entwicklungsleitlinie für das Weserufer angegeben. Hierfür sollen auch verschiedene Fördertöpfe angezapft werden. Die Stadt geht nicht davon aus, dass die Planung in einem Zug umgesetzt werden kann – vielmehr sei eine schrittweise Umsetzung in Abhängigkeit zu Finanzierungsmöglichkeiten geplant, heißt es aus dem Rathaus.

Den Radweg schon jetzt anzugehen, hat aus Sicht der Stadt keinen Sinn – nicht solange es keine konkrete Planung für Upnor gibt. „Wir wollen den Radweg ja nicht im Nichts enden lassen. Es muss schon klar sein, wie der Radweg im Bereich Upnor weitergeführt wird“, erklärt Wahmes. „Ohne eine vernünftige Weiterführung im Bereich Upnor“ könne der Radweg nicht gebaut werden.

An dem Umstand, dass sich vier Gärten weiterhin in Privatbesitz befinden und nach derzeitigem Stand der Radweg um diese Gärten herumgeführt werden müsste, hat sich noch nichts getan. Die Stadt wollte Verkaufsgespräche mit den Eigentümern führen. Daran hat sich nichts geändert. „Wir wollen die Zeit nutzen, um mit den Eigentümern der privaten Gärten weiter zu verhandeln“, meint der Stadtsprecher. Einen Termin, wann die Gespräche mit den Eigentümern geführt werden, konnte die Stadt auf Anfrage nicht nennen.

Klar sei, dass die Verwaltung Entwurfsplanungen und einen entsprechenden Bebauungsplan für den Radweg weiter vorantreibe. Wie es klingt, mit Gemächlichkeit: „Bei dem Vorhaben handelt es sich um eine strategische Gesamtplanung, nicht um ein Projekt, das innerhalb weniger Monate umgesetzt werden kann“, so Wahmes.