Königliches zieht Besucher an

Bad Pyrmont (Hei/uk). Auch wenn die Mitglieder des Museumsvereins Bad Pyrmont bei ihrer Versammlung in der Beletage schon den neu gestalteten Eingangsraum des Museums im Schloss bewundern konnten, soll es eine offizielle Eröffnung erst „demnächst“ geben, sobald nämlich die komplette Beleuchtung als letztes Detail fertig ist.

Verzögert habe sich die ursprünglich bereits für Dezember geplante Einweihung deshalb, weil eine Löschwasserleitung für den Schlosshof vorgezogen werden musste, informierte der Vorsitzende Klaus-Henning Demuth die Versammlung. In dem für insgesamt 57000 Euro umgestalteten Foyer wird dann auch ein Namensschild an Sponsoren wie die großzügige Spenderin Christina Truckenbrodt aus Bad Pyrmont erinnern, die dem Verein die stolze Summe von 35000 Euro vererbt hat.

Der Museumsverein hat derzeit 593 Mitglieder und ist einer der größten Vereine Bad Pyrmonts. 26 Museumsfreunde wurden 2017 gewonnen, 33 sind ausgeschieden, die meisten wegen Todes oder aus Altersgründen. Mit ihrer Hilfe kümmert sich der Verein um das Museum. Um den Mitgliedern die Besucherzahlen und ihre Entwicklung genau vor Augen zu führen, hatte der Vorsitzende die Sonderausstellungen seit Museumseröffnung im Jahr 1986 bis heute akribisch aufgelistet.

Demnach kamen seitdem insgesamt 614322 Besucher in das Museum, das sind im Durchschnitt 19198 pro Jahr und 62 pro Besuchstag. Die am besten besuchten Präsentationen waren die über Zar Peter im Jahr 1999 mit 32710 Gästen, über Königin Luise 2001 mit 41612 und Friedrich der Große 2004 mit 24887 Besuchern. Der Vorsitzende machte aber auch deutlich, dass daneben die Ausstellungen mit regional bezogenen Themen viel beachtet wurden, und er nannte als Beispiele die Fotografien von Ernst Hermann, „Heimische Künstler aus dem Weserbergland“ oder „Dörfliches Leben in der Herrschaft Pyrmont“.

Um die großen Ausstellungen zu realisieren, war viel Zeit und Geld notwendig. Diese Zeiten sind lange vorbei, denn Geld hat die Stadt als Träger des Museums nicht mehr. Umso mehr ist auch für die aktuellen Ausstellungen die Unterstützung durch den Verein gefragt. Im vergangenen Jahr zählte das Museum unter der Leitung von Vanessa Charlotte Heitland 13405 zahlende Gäste und liegt damit unter dem langjährigen statistischen Mittel. 2016 wurden 14053 und 2012 sogar noch 14787 Besucher gezählt.

Die meisten der 6172 deutschen Museen und Ausstellungshäuser haben mit zurückgehenden Besucherzahlen zu kämpfen. Die statistische Gesamterhebung an den Museen in Deutschland, die vom Institut für Museumsforschung herausgegeben wird, kommt zu dem Schluss, dass 2016 ein Besucherrückgang von 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen war. Den höchsten Rückgang (minus 7,4 Prozent) gab es bei den Kunstmuseen. Die Zahlen für 2017 liegen noch nicht vor.

Aufgrund des baldigen Wechsels in der Museumsleitung liegt die Zukunft der geplanten Ausstellungen 2018 weitgehend im Dunkeln. Die derzeit laufende Ausstellung „Floating“ werde sie noch bis zum Ende begleiten, versicherte Heitland noch einmal vor den Vereinsmitgliedern. Bei den Gemälden des gebürtigen Hamelners Reinhard Lange sei die Planung noch ungewiss, während die Cartoons des „Stern“-Mitarbeiters Til Mette als Wanderausstellung extern kuratiert werden könnten. „Auf jeden Fall brauchen die Mitarbeiter des Museums so bald wie möglich Gewissheit, was hier passiert!“, nahm die Ende Mai aus dem Amt scheidende Museumsleiterin die Pyrmonter Politiker in die Pflicht.

In der Diskussion wurde die Frage nach dem Wasserschaden gestellt, der auch die Toiletten für die Besucher außer Betrieb setzte. Es seien vier Wasserschäden gewesen, die im September in Angriff genommen und eigentlich bis Ende des Jahres behoben sein sollten, informierte Heitland. Da jedoch noch ein Gesamtgutachten erstellt werden musste, habe sich das Ganze verzögert.