Auf der Brücke wird es wieder eng

Hameln. Risse im Beton auf der Unterseite der Münsterbrücke haben seit dem Neubau der Weserquere für Ärger gesorgt – ganz besonders zwischen der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sowie den ausführenden Bauunternehmen. Der Streit um die Instandsetzung ist inzwischen beigelegt, die Risse sind allerdings noch nicht beseitigt. Das soll aber in den kommenden Wochen passieren. Für voraussichtlich drei Monate wird es deshalb wieder Verkehrsbeeinträchtigungen auf der Brücke geben, kündigt Markus Brockmann, Leiter der Straßenbaubehörde im Geschäftsbereich Hameln, an.

Ab Mittwoch, 11. April, werde der Verkehr stadtauswärts zunächst zwei Wochen lang auf einer Spur geführt, heißt es. Die Instandsetzung beginne auf der nördlichen Brückenseite, sodass es zunächst keine Verkehrsbehinderungen stadteinwärts gebe. Radfahrer und Fußgänger sind von den Arbeiten nicht betroffen. „Die Brückenkappen sind während der gesamten Zeit nutzbar“, so Brockmann. Nur die jeweils äußere Fahrspur müsse im Zuge der Instandsetzung gesperrt werden. Danach geht es für die Dauer von etwa zehn Wochen an die südliche Seite der Münsterbrücke. Hier werde dann der stadteinwärts fließende Verkehr auf eine Spur verengt sein.

Wie Brockmann erläutert, handelt es sich bei den von Beginn an aufgetretenen Rissen um „feine Risse von etwa 0,3 Millimeter“. Erst im Dezember hatten sich die Landesbehörde sowie die Bauunternehmen nach längerem Streit über die Instandsetzung geeinigt und den Streit beigelegt. Zuvor hatten beide Parteien jahrelang miteinander gerungen, wer die Kosten für das „Verpressen“ der entstandenen Risse trägt. Die Landesbehörde hatte darauf beharrt, die Kosten nicht zu übernehmen.

Vor knapp vier Jahren aber wurde bereits ein Teil der Brücke instand gesetzt. Brockmann erklärt nun auf Nachfrage, dass Risse im Beton, die größer als etwa 0,2 Millimeter seien, die Lebensdauer der Brücke beeinträchtigen könnten, weil dann äußere Einflüsse wie Feuchtigkeit ins Mauerwerk ziehen könnten. Das Vorgehen jetzt: Mithilfe sogenannter „Packer“, die an der Brückenunterseite angebracht sind, werden die Risse „verpresst“, wie Brockmann sagt, also verschlossen. Warum die Risse überhaupt entstanden sind, habe man bis heute allerdings „wissenschaftlich nicht klären“ können. Die Verantwortlichen gehen jedoch davon aus, dass sie von Beginn an da waren. Der Neubau der Münsterbrücke hat einst rund 9,3 Millionen Euro gekostet, im Herbst 2013 wurde der letzte Bauabschnitt für den Verkehr freigegeben.

„Seither hat sich nichts merklich verändert“, sagt Markus Brockmann mit Blick auf die Risse, die wenig später entdeckt wurden. Das Verpressen der Risse sei eine „präventive Maßnahme, um die Lebensdauer der Brücke zu gewährleisten“. Die Lebensdauer der neuen Münsterbrücke beziffert Brockmann auf rund 90 Jahre.