Bagger fleißig im Einsatz

Coppenbrügge/Marienau. Bagger und Planierraupen werden in diesem Jahr das Bild der Baustelle für die Umgehungsstraße zwischen Coppenbrügge und Marienau bestimmen. Wie Markus Brockmann, als Geschäftsbereichsleiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zuständig für den Umgehungsstraßenbau, mitteilt, sollen 2018 alle Brücken auf dem Abschnitt Coppenbrügge–Marienau fertiggestellt werden.

Die Arbeiten an den Bauwerken, die derzeit noch unvermittelt und frei in der Feldmark stehen, haben nach der Frost-Pause bereits wieder begonnen. Neu in Angriff genommen werden muss nun noch der Brücken-Neubau für die Bundesstraße 442 von Coppenbrügge Richtung Hachmühlen, erklärt Brockmann: Hier sei wegen Niveau-Anpassungen gegen Jahresende mit Verkehrsbehinderungen im Straßenverlauf zu rechnen.

Als nächsten Schritt habe man im regionalen Geschäftsbereich Hameln der Straßenbaubehörde die Ausschreibungen für die Erdarbeiten an der Trasse der Umgehung zwischen Coppenbrügge und Marienau vorbereitet. Diese Erdarbeiten zur Vorbereitung des eigentlichen Straßenbaus seien sehr umfangreich und würden wohl bis ins kommende Jahr reichen, so der Straßenbauamtsleiter. Gutachten hätten ergeben, dass der Untergrund der künftigen Umgehungsstraße hier „für unsere Verhältnisse im Weserbergland sehr empfindlich“ sei. Im Klartext: Der Boden in dem Areal ist extrem weich, das Wasser steht hier sehr hoch, nicht zuletzt durch zahlreiche Bachläufe.

Wie Brockmann ankündigt, sollen die Ausschreibungen für die Erdarbeiten demnächst europaweit rausgehen. Mitte des Jahres könnten dann die ersten Raupen anrücken. Wie der Straßenbauamtsleiter weiter ankündigt, sind in seiner Behörde derzeit außerdem die Planungen für den größten Brückenbau im Umgehungsstraßenverlauf für die Bahntrasse bei Marienau in Arbeit. Diese Brücke soll aber erst im zweiten Bauabschnitt Marienau–Hemmendorf in Angriff genommen werden.

Das gesamte 6,2 Kilometer lange Umgehungsstraßen-Projekt kostet etwa 33,2 Millionen Euro. Die Rechnungen dafür zahlt fast ausschließlich der Bund.

Bereits seit vielen Jahren hatten die Anwohner der B1 in Coppenbrügge und Marienau eine Umgehungsstraße gefordert, 1964 hatte es erste Planungen gegeben. Etwa 12400 Fahrzeuge fahren laut einer Verkehrsuntersuchung aus dem Jahr 2008 pro Tag durch Coppenbrügge. Davon 67 Prozent als reiner Durchgangsverkehr. Für die Jahre 2015 bis 2020 sollte das prognostizierte Verkehrsaufkommen sogar noch auf bis zu 14100 Fahrzeuge steigen.

Im Januar 2016 hatte der erste Spatenstich für den Bau der Ortsumgehung stattgefunden. Bis mindestens 2022 sollen die Arbeiten an der Straße noch dauern. Dann kann der Verkehr die beiden Orte Coppenbrügge und Marienau nordöstlich der beiden Ortschaften umfahren und wird zwischen Marienau und Hemmendorf wieder auf die vorhandene Strecke geführt.

Für der Streckenneubau der B1 müssen 16 neue Brücken gebaut werden. Fünfmal werden Straßen über die neue Bundesstraße 1 gelegt, elfmal wird die Ortsumgehung selbst über andere Straßen oder Wasserläufe führen. Vier Anschlussstellen sollen nach Fertigstellung der Umgehung künftig von der neuen Bundesstraße 1 in die Ortschaften führen.