Unfallzahlen erneut gestiegen

Bad Pyrmont. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Bad Pyrmont ist im vergangenen Jahr zum dritten Mal in Folge leicht gestiegen und hat mit einer Gesamtzahl von 789 einen neuen Höchststand erreicht. Ein Problem sind nach wie vor die Motorradunfälle am Hagener Berg.

Eine deutliche Steigerung gab es bei der Zahl der Leichtverletzten mit einem Anstieg von 43 Prozent. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik für 2017 hervor, die Kommissariatsleiter Manfred Hellmich und der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, Arnold Schiffling jüngst vorgestellt haben.

Insgesamt wurden der Polizei, die auch für das Gemeindegebiet von Aerzen zuständig ist, im vergangenen Jahr 789 Verkehrsunfälle gemeldet. „Das sind noch einmal zehn Unfälle mehr als im Vorjahr“, erläuterte Schiffling. Der Zuwachs verteile sich proportional gleichmäßig auf Bad Pyrmont mit einem Plus von sechs Unfällen und Aerzen mit einem Plus von vier Unfällen. Eine Erklärung für die seit drei Jahren anhaltende Steigerung hat Schiffling nicht.

Während die Zahl der Schwerverletzten mit 40 gleichgeblieben ist, mussten im vergangenen Jahr deutlich mehr Leichtverletzte registriert werden. „Diese Zahl stieg von 80 Personen auf 106 – 40 in Aerzen 66 in Bad Pyrmont“, berichtete Schiffling. Bei einem Unfall gab es einen Toten. Ein 57 Jahre alter Autofahrer war im August auf der Bundesstraße 1 bei Grießem mit seinem Cabrio auf regennasser Fahrbahn ins Schleudern geraten und gegen einen Baum geprallt. Insgesamt gingen laut den Zahlen der Polizei die Baumunfälle aber von 22 auf 18 zurück.

Am Hagener Berg verunglückten im vergangenen Jahr drei Motorradfahrer im unteren Kurvenbereich – trotz Warnschilder und Tempolimits. Hier überlegen die Behörden zurzeit, ob sie einen Unterfahrschutz wie schon im oberen Teil der Landesstraße anbringen. „Wir werden hier in diesem Jahr verstärkt kontrollieren“, kündigte Hellmich an. Dabei soll auch eine spezielle Einsatzgruppe der Polizei zum Einsatz kommen, die auch technische Veränderungen an den Motorrädern prüfen wird. Immer wieder gibt es laut Hellmich Beschwerden von Anwohnern über die Lautstärke der Zweiräder. Der Einsatz eines stationieren Blitzer sei angesichts der zahlreichen Kurven wenig erfolgversprechend, so Schiffling.

Relativ hoch war im vergangenen Jahr die Zahl der Unfallfluchten, die von 149 auf 168 anstieg. Dazu zählen auch die vielen Bagatellunfälle mit reinen Sachbeschädigungen. Immerhin konnten 44,6 Prozent aufgeklärt werden.

Auch wenn zu den häufigsten Unfallursachen innerorts zu schnelles Fahren – neben dem Missachten der Vorfahrt und einem zu geringem Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeug – gehören, so ist Schiffling mit dem Verhalten der Autofahrer, was ihr Tempo angeht, insgesamt zufrieden. Das gelte auch für die Schillerstraße. „Gefühlt können Anwohner zu dem Eindruck kommen, dass hier zu schnell gefahren wird, nach unseren sporadischen Kontrollen ist das nicht so, sondern nur in Ausnahmefällen. Das lässt schon der bauliche Zustand der Fahrbahn nicht zu.“