Ampeln könnten schon bald Kreiseln weichen

Hameln. Die „Fahlte“ in der Nordstadt soll ohnehin in den kommenden Jahren grundlegend saniert werden. Die Verkehrsplaner im Hamelner Rathaus können sich sogar vorstellen, dass im Zuge der Straßenerneuerung auch ein viel befahrener Verkehrsknotenpunkt in der Nordstadt umgestaltet wird: Es geht um die Kreuzung Schillerstraße/Reimerdeskamp. Hier statt Ampeln einen Kreisel einzurichten – das ist eine Idee, die schon seit über einem Jahr existiert. Die Untersuchung durch ein Verkehrsplanungsbüro hat nun ergeben: Möglich wäre es.

Gleiches trifft auf den Bereich Ohsener Straße/Guter Ort zu. Auch an dieser Kreuzung könnten Autofahrer in Zukunft durch einen Kreisverkehr geleitet werden.

Schon vor gut einem Jahr hatte der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, Möglichkeiten zur Einrichtung von Kreisverkehren zu prüfen. Die Begründung: Kreisel könnten den Verkehr in Hameln sowohl für Fußgänger wie auch für Pkw durchlässiger gestalten. Dadurch könne es zu einer Minimierung des Schadstoffausstoßes durch Pkw an Ampelanlagen kommen und Fußgängern werde ermöglicht, durchgängig Straßen zu überqueren, ohne auf Verkehrsinseln warten zu müssen.

Mit Blick auf die Kreuzung Schillerstraße/Reimerdeskamp sagt die Stadt nun: „Ein Umbau zum Kreisverkehr ist zu empfehlen.“ Der sogenannte „Verkehrsablauf“ würde die Aufgabe der Ampelregelung rechtfertigen. Außerdem sei ein Kreisel aus städtebaulicher Sicht interessant: Für Autofahrer, die aus Richtung Holtensen kommen, könne der Kreisverkehr als „Eingangstor zur Innenstadt“ dienen. Für die Achse Reimerdeskamp/Fahlte biete der Kreisverkehr eine räumliche Unterbrechung eines „relativ langen Straßenzuges“. Voraussichtlich reicht die Fläche des derzeitigen Kreuzungsbereichs nicht aus, um den Verkehr im Kreis zu lenken. Dazu müsse ein Teil der Grünfläche an der Ecke Fahlte/Schillerstraße (Eigentum Landkreis Hameln-Pyrmont) für den Kreiselbau mit einzubeziehen.

„Eine genaue Kostenschätzung gibt es noch nicht“, teilt das Rathaus auf Anfrage mit. Bei der Untersuchung sei zunächst und in erster Linie um die Machbarkeit gegangen. Ob die Kosten aus dem städtischen Top für die Verkehrsmodernisierung getragen werden, sei noch nicht klar. Vorstellbar sei aus Sicht der Stadt auch, geeignete Fördertöpfe anzuzapfen. Doch so weit sei man nach der ersten Untersuchung noch nicht.

Ein Umbau zum Kreisverkehr kommt auch für die Ohsener Straße /Guter Ort in Frage. Erschwerend gestaltet sich hier laut Gutachtern die Nähe zu den Bahnübergängen an der Ohsener Straße. Hier müsse geprüft werden, wie oft am Tag Züge die Straße queren, „da entgegen der bestehenden Signalanlage keine Koordinierung mit dem Bahnübergang erfolgen kann“, heißt es.

Ganz und gar nicht in Frage kommt laut Untersuchung ein Kreisel an der Kreuzung Hafenstraße/Ohsener Straße. Die Planer prognostizieren über 28000 Fahrzeuge, die täglich über diesen Knotenpunkt fahren. In Spitzenstunden sei die Kreuzung, wenn sie als Kreisel umgebaut würde, „komplett überlastet“. Daher sollte es bleiben, wie es ist: Der Verkehr müsse weiterhin mit Ampeln geregelt werden.

Die Kreisverkehre sind heute ab 16 Uhr im Umweltausschuss Thema (Energietreff der Stadtwerke an der Hafenstraße).