Carlo von Tiedemann und Wigald Boning kuren in Bad Pyrmont

Bad Pyrmont. Die Kurstadt wird in diesem Herbst noch mal richtig groß rauskommen im Fernsehen. So viel ist jetzt schon sicher. Denn seit vorgestern drehen NDR-Moderator Carlo von Tiedemann und TV-Tausendsassa Wigald Boning in Bad Pyrmont. Und zwar nicht nur für einen kurzen Beitrag. „Die Sendung soll 30 Minuten lang werden“, sagt Regisseur Oliver Kleinfeld. Der Arbeitstitel lautet „Wigald und Carlo auf Kur“.

Um den Fernsehzuschauern einen umfassenden Einblick ins Kurleben zu geben (das technokratische Wort Reha würde deutlich weniger sexy klingen), filmt das Team die beiden Männer in diversen Pyrmonter Szenarien. Inklusive „Humorfaktor“, wie Regisseur Kleinfeld sagt.

Das zahlenmäßig größte Publikum hatten Boning und Tiedemann am Montagnachmittag beim Kurkonzert in der Muschel. Hier beließen es beide dann allerdings nicht beim Zuhören und Genießen. Vielmehr ging Boning selbst auf die Bühne. Mit Querflöte und vollem Körpereinsatz bereicherte er das Programm des Kurorchesters. Während György Kovacs‘ Instrumentalistenquintett sein Repertoire in korrekten Anzügen darbot, brachte Boning in seinen mit Schiffchen bedruckten Bermudashorts und bunten Socken Farbe ins Bild. Und nicht nur das. Auch die eine oder andere Improvisation ließ er ei seinem Einsatz gewollt ein bisschen aus der Reihe tanzen.

Bei allem Klamauk konnte das Publikum aber merken: Der Mann tut nicht nur so. Er kann’s. Auch ohne Probe. Was beim Blick in Bonings Biografie allerdings nicht weiter wundert. Denn Querflöte (und auch andere Instrumente) spielte er schon als Jugendlicher, lange bevor er das komische Fach belegte.

Überhaupt ist Wigald Boning jemand, der immer wieder überrascht. So zum Beispiel mit dem Bekenntnis, ein Kur-Fan zu sein. „Nach anstrengenden Drehs übers Wochenende in heißem Wasser rumhocken“ – das habe er schon früher klasse gefunden, erzählt er. „Früher bin ich mit Freunden nach Baden-Baden gefahren.“ Sein Eindruck aus dem Pyrmonter Palmengarten: „Da kommt man rein und kann die gesamte sonstige Welt hinter sich lassen.“

Die reiferen Jahrgänge im Publikum behielten indes Carlo von Tiedemann fest im Blick. So mancher dürfte den 74-Jährigen noch von früheren Pyrmont-Auftritten kennen.

Gemeinsam testen „Wigald & Carlo auf Kur“ nun aus, was die Kurstadt bietet. Los ging’s am Montagfrüh um 8 Uhr mit Yoga im Palmengarten, gefolgt von Stippvisiten an der Dunsthöhle und einem Heilwasser-Tasting in der Wandelhalle. Heute steht dann ab 7.30 Uhr noch einmal Frühsport an, gefolgt von einem Moor-Vollbad.

Bad Pyrmont ist übrigens einer von drei Orten, die das Team der Hamburger Produktionsfirma „Elbgorilla“ im Auftrag des NDR bereist.

Nach anderthalb Tagen in Malente (Schleswig-Holstein) traf die Crew am Sonntagabend in Bad Pyrmont ein. „Dort stand das Kneippen im Mittelpunkt“, sagt der Regisseur. „Und hier fühlt es sich mondäner an.“ Am meisten imponiert hat dem Filmer die Dunsthöhle. „Für mich ist das zwar Arbeit“, sagt er. „Aber hier bringt sie mir Vergnügen.“

Nach dem Dreh in der Kurstadt ist aber erst einmal Pause. Die dritte Station Heringsdorf auf Usedom kommt im Sommer dran.

Einen konkreten Sendeplatz haben die drei geplanten Beiträge noch nicht. Angepeilt ist der Herbst.

Und Staatsbad-Therapieleiter André Schubert dürfte wohl recht behalten, wenn er sagt: „Ich glaube, da kommen wir ganz gut rüber.“