Monatlicher Stoff für Leseratten

Hameln (mes). Blättern, schnuppern, lesen und stöbern: Für alle Leseratten bieten die Büchermärkte in Hameln seit Jahren ein so großes Angebot, dass hier jeder Besucher und Suchende auf seine Kosten kommt. Der 47. Markt alter Bücher ist gerade zu Ende gegangen, der nächste ist für den 31. August bis 2. September geplant. Wer so lange nicht warten mag: Auch jeden ersten Samstag im Monat veranstaltet die Bibliotheksgesellschaft Hameln von 10 bis 18 Uhr einen Büchermarkt im Bahnhof Hameln, also wieder am 2. Juni.

Oben im Bahnhofsgebäude reihen sie sich aneinander, Tausende Romane, Ratgeber, Biografien. „Krimis gehen immer gut, aber auch Koch- und Reisebücher“, erzählt Bernd Bruns. Der 1. Vorsitzende der Bibliotheksgesellschaft Hameln, der sich mit um die Organisation des Marktes kümmert und selbst oft vor Ort ist, fügt hinzu, dass es in dem seit rund sechs Jahren von den Stadtwerken Hameln kostenfrei zur Verfügung gestellten Raum unterschiedliche Abteilungen gibt. So findet der Besucher Gliederungen in beispielsweise Theologie und Philosophie, Heimatliches und Humor, Kinderbücher und auch fremdsprachliche Texte. „Wir nehmen vieles an, nur keine Lesebuchreihen, Schulbücher, Lexika und schlecht erhaltene Werke – es sei denn, sie sind wirklich alt“, sagt er. Auch CDs sind im Sortiment vorhanden. Kein Bedarf bestehe indes an Schallplatten. „Wir müssen erst mal die alten Bestände an den Mann bringen“, begründet Bruns.

Und was, wenn sich das ein oder andere Buch schon ewig im Bestand befindet, es keinen Käufer findet? „Diese Bücher müssen wir dann kostenpflichtig entsorgen“, fügt Bernd Bruns hinzu. Da die meisten gebunden oder geheftet seien, also aus verschiedenen Materialien bestehen, gehörten sie nicht ins Altpapier, sondern in die Müllverbrennung.

Rund zehn ehrenamtliche Mitarbeiter sind für die Büchermärkte im Einsatz. Oft stünden die ersten Besucher schon eine Viertelstunde vor Öffnung vor der Tür, erzählt Bernd Bruns. Entstanden sei das Angebot mit Flohmarktcharakter übrigens durch eine Idee der Bibliotheksgesellschaft, Bücher spenden zu lassen und sie dann zu einem günstigen Preis zu verkaufen, um das Veranstaltungsprogramm zu finanzieren. Anfangs fanden die Büchermärkte in der damaligen Jugendwerkstatt an der Ruthenstraße statt. „Das war schon mühselig, weil wir die Bücher zu jedem Termin dorthin transportieren und danach wieder abholen mussten“, erinnert er sich. Das sei im ersten Obergeschoss im Bahnhof nun sehr viel bequemer, da der Lesestoff immer vor Ort bleiben kann. Bis das aktuelle Domizil gefunden war, habe es aber auch einige Zeit gedauert. Zwischenzeitlich habe man ein Jahr lang auf eine Unterkunft an der Ohsener Straße ausweichen müssen. „Die Räumlichkeiten im Bahnhof sind ideal; wir hoffen dort noch lange bleiben zu können.“

Dafür werden ihm gewiss auch die zahlreichen Leseratten die Daumen drücken. Denn damals wie heute sind die Büchermärkte sehr gut besucht – sowohl von Lauf- als auch von Stammkundschaft.