Neue Museumsleitung erst 2019

Bad Pyrmont. Die Stellenausschreibung für die neue Leitung des Pyrmonter Museums im Schloss lässt weiter auf sich warten. Die Mitglieder aus der Mehrheits-„Gruppe 17“ im Pyrmonter Rat haben die Entscheidung im jüngsten Verwaltungsausschuss (VA) erneut vertagt – schon zum dritten Mal. Dabei geht es aber nicht mehr um die Anforderungen an die künftige Museumsleitung.

„Wir hätten eigentlich der Stellenausschreibung zustimmen können, so wie die Stadtverwaltung sie erarbeitet hat. Doch es hat sich vor allem eine neue Frage ergeben, die uns die Verwaltung zur Sitzung noch nicht beantworten konnte“, begründete SPD- Fraktionschefin Heike Beckord im Namen der Gruppe 17 die Vertagung auf den nächsten oder übernächsten Verwaltungsausschuss. Es gehe um die Frage, so Beckord, ob und wie sich eine Überführung des Museums in eine andere Rechtsform auf das Beschäftigungsverhältnis der neuen Museumsleitung auswirken werde. Den Mitgliedern aus SPD, Grünen, Wir für Pyrmont, Linken und FDP, die im Rat die politische Mehrheit stellen, geht es zurzeit vor allem um den finanziellen Aspekt. Das Museum als freiwillige Aufgabe könnte auf den Prüfstand kommen, so Beckord, wenn es um die Bewilligung der beantragten Bedarfszuweisung durch das Land Niedersachsen gehe. „Das Innenministerium wird unsere freiwilligen Leistungen prüfen und könnte uns beim Museum einen Strich durch die Rechnung machen. Wir müssen da ran, um das Museum zu erhalten und selber entscheiden. Schließlich wollen wir kein reines Heimatmuseum bekommen“, begründet die SPD-Politikerin die Überlegungen zur künftigen Aufstellung des Museums, in welcher Form auch immer – ob als GmbH, Anstalt öffentlichen Rechts oder als Verein. Die Bedarfszuweisung des Landes nennt sie das wichtigste Argument dafür, sich Gedanken über das Museum zu machen.

Für die Gruppe stehen die Ausgaben von rund 320000 Euro für das Museum in keinem Verhältnis zu den 2017 gezählten 8634 zahlenden Gästen (Gesamt-Besucherzahl 2017: 13405). „Die Musikschule muss mit 75000 Euro auskommen“, nimmt Beckord eine Einrichtung zum Vergleich, die von einem Verein getragen und von der Stadt finanziell unterstützt wird. In den Reihen der Gruppe gibt es aber auch inhaltliche Vorbehalte am Konzept von Heitlands Sonderschauen. Beckord spricht von mehr Pyrmont-bezogenen Ausstellungen und von einer „effektiveren“ Arbeit, um mit deutlich weniger Personal- und Sachkosten in Zukunft mehr Besucher ins Museum zu holen. Heitland hatte ihren Ausstellungsschwerpunkt auf die bildende Kunst gesetzt.

„Ich hätte schon gern eine Entscheidung gehabt“, kommentierte Bürgermeister Klaus Blome (parteilos) den Ausgang der Sitzung. Das hatte er bereits zweimal gesagt. Doch das „hätte schon gern“ des Verwaltungschefs nötigt die Gruppe 17 offenbar nicht zur Eile. „Die von der Gruppe gestellte Fragen werden wir nächste Woche noch schriftlich bekommen.“ Den Bürgermeister trafen die Überlegungen der Gruppe offenbar unvorbereitet. „Bei uns in Bad Pyrmont hat keiner Erfahrung mit einem privat geführten Museum“, so Blome. „Deshalb ist die Frage noch nicht zu beantworten.“ Er gehe davon aus, dass die Antwort der Verwaltung zur Sitzung am 7. Juni oder spätestens zum 14. Juni vorliegen werde. Und wie positioniert er sich als Stadtoberhaupt? „Wir haben vorgetragen, dass wir dem Museum einen hohen Wert zumessen“, sagte Blome. Die Stadtverwaltung habe empfohlen, das Museum weiterhin als städtische Einrichtung mit einer professionellen Leitung zu führen.

Eine Folge der wochenlangen Ausschreibungs-Verzögerung ist schon jetzt absehbar: „Bis wir eine neue Leitung haben, wird es Anfang 2019“, sagt Blome. „Das ist eine schwierige Situation, das ist uns schon klar. Aber wir können nicht einfach über diese Frage hinwegsehen“, meinte Beckord.