Der Ball rollt doch im Schloss

Bad Pyrmont. Eine richtig gute Nachricht für alle Fußballfans kann Thomas Bertram verkünden: „Unser Public Viewing kann doch im großen Schlosshof stattfinden“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins „Pro Inter Holzhausen“. Den Ausschlag zu der Entscheidung gab für ihn die berechtigte Hoffnung, dass nun wohl doch 1200 Menschen zugelassen werden können – und die Sicherheitsauflagen ein vertretbares Maß nicht mehr überschreiten.

Damit dürfte der idyllische Schlosshof auch anderen Veranstaltern als Location erhalten bleiben. Eine Entwicklung, die Kurdirektor Maik Fischer nach diversen intensiven Beratungen mit den Experten als „grundsätzlich sehr positiv“ einschätzt. Die Auflagen würden zwar höher als bisher, sagt er. Aber nicht so hoch wie zunächst erwartet. „Unsere Argumente wurden gehört. Und ich freue mich, dass wir eine sehr zuträgliche Lösung gefunden haben.“ Fischer: „Wir fangen jetzt an, alle Akteure zu informieren.“

Aufreibende

Wochen

Hinter Fischer dürften aufreibende Wochen liegen. Denn als Staatsbad-Geschäftsführer ist er einerseits für die Einhaltung der Vorgaben des Landes verantwortlich. Zugleich aber fungiert er als Veranstalter und als Vermieter. Eine Absage diverser Veranstaltungen hätte somit nicht nur Bad Pyrmonts Kulturleben ärmer gemacht, sondern wohl auch das Kuratorium in Schwierigkeiten gebracht.

Am Mittwoch erhielt Fischer nun den Vorabzug der für künftige Veranstaltungen geltenden Auflagen. Das Konzept enthält genau die Abstufungen, auf die er gehofft hatte. „Bei Veranstaltungen mit weniger als 200 Personen sind keine besonderen Auflagen zu erfüllen“, erklärt er. „Bei 201 bis 600 Personen müssen vier Feuerwehrleute anwesend sein, bei 601 bis 1200 Personen fünf Feuerwehrleute.“ Und: Die Anwesenheit eines Notarztes liege im Ermessen des jeweiligen Veranstalters.

Damit scheinen die größten Hürden überwunden. Denn Bad Pyrmonts Feuerwehrchef Maik Goedeke hatte erst kürzlich deutlich gemacht, dass seine Freiwilligen keinesfalls regelmäßig in Mannschaftsstärke von neun Leuten Dienst im Schlosshof schieben könnten.

Zur Erinnerung: Weil die Abnahme der „Baumaßnahme Brandschutz Schlossinnenhof“ ursprünglich erst für Ende Juni terminiert war, sollte für die Zeit davor noch das 600-Personen Limit aus der Bauzeit gelten – und dazu die Maximalforderungen der Brandschutz- und Sicherheitsexperten, die das fürs Schloss verantwortliche Staatliche Baumanagement und das Schloss-Kuratorium mit der Erstellung des Konzepts beauftragt hatten. Diese Vorgaben zu erfüllen, hätte die Veranstalter etwa 2000 Euro pro Event gekostet, überschlug Thomas Bertram. Eine Rechnung, die für „Pro Inter“ keinesfalls aufgegangen wäre. Und wohl auch für andere Veranstalter nicht.

Doch nun scheint das Problem so gut wie gelöst. Die Fachleute sind von den ursprünglichen Vorgaben abgerückt. Und die Bau-Abnahme wurde auf Anfang Juni vorgezogen. „Ein gewisses Restrisiko bleibt damit zwar“, sagt „Pro Inter“-Chef Bertram. Aber das einzugehen sei er bereit. Denn nun scheinen die Anforderungen nicht mehr von vornherein unerfüllbar.