Die hässlichen Schilder sind weg

Bad Pyrmont. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit sind die neongelben Warnschilder an den früheren Pensionen „Haus Rieth“ und „Kurhaus am Park“ am Altenauplatz, die vor Einsturz- und Gesundheitsgefahr warnten, verschwunden. Der Eigentümer der beiden Häuser aus dem 18. Jahrhundert, der Unternehmer Dieter Hilpert, hat sie vergangene Woche entfernen lassen. Die Erleichterung bei der Stadt und am Altenauplatz selber ist groß, doch bedeutet das auch, dass es endlich weitergeht mit dem Neubau des „Palais“?

Offenbar hat ein Brief von Kurdirektor Maik Fischer Hilpert nun zum Einlenken gebracht. Der Staatsbadchef blickt schon lange sorgenvoll auf den Alten-auplatz und die dort seit ziemlich genau zwei Jahren hängenden Schilder. „Ich bin heilfroh, dass sie weg sind“, kommentierte Bürgermeister Klaus Blome die Entwicklung. „Das war keine Werbung für Bad Pyrmont. Auf den Schildern stand nichts Unwahres, denn in einem alten, leer stehenden Haus wächst nun einmal Schimmel“, erklärt der Bürgermeister, warum die Stadt keine Handhabe dagegen gehabt habe. Allerdings hatte 2016 der Linken-Ratsherr Willi Waidelich auf seine Frage nach der Berechtigung der Tafeln aus dem Rathaus mitgeteilt bekommen, dass die Warnungen nicht notwendig seien.

Leidtragender der Schilder war auch Andreas Butz, der in der unmittelbaren Nachbarschaft das „ClassicFlairHotel“ betreibt. „Das hat sogar dazu geführt, dass unser Haus von unseren Gästen schlechter bewertet wurde, weil sie die Schilder gesehen haben“, berichtet er. Zu den Erleichterten zählt auch Anita Bechtloff. Die Vorsitzende des Pyrmonter Beirats für Menschen mit Behinderung hatte vor einiger Zeit bei einem Familienfest in Wolfsburg von anderen Feiernden zu hören bekommen, dass diese aus Sorge um ihre Gesundheit nicht mehr nach Bad Pyrmont fahren würden, weil es dort offenbar zwei „giftige Häuser“ gebe.

Doch wann und wie es weitergeht, ist nicht bekannt. Hilpert war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Dem Vernehmen nach gibt es zwei wesentliche Fragen zu beantworten. Die eine betrifft die Klärung eines Wegerechts, die andere Anforderungen der Denkmalpflege. Die Denkmalschützer in Hannover bestehen darauf, dass der Neubau optisch so gestaltet wird, dass er wie zwei Häuser wirkt. Zum einen würde damit dem bisherigen Erscheinungsbild des Platzes Rechnung getragen, zum anderen würde das Palais nicht so wuchtig wirken wie der erste Entwurf, den Hilpert vor bereits dreieinhalb Jahren vorgestellt hatte. Doch hat der Unternehmer, die „Bega-Gruppe“, überhaupt noch Interesse? Offenbar ja. Zum einen hatte er zuletzt im Herbst vergangenen Jahres versichert, dass er keine Dauerruinen hinterlassen wolle, zum anderen hat er einen renommierten Pyrmonter Architekten bereits mit der Planung beauftragt.