Wohnen und arbeiten auf der Insel

Hameln. Zerbrochene Scheiben, zugemauerte Fenster, Pflanzen ranken an der Regenrinne empor zum Dach – das verfallende Turbinenhaus ist einigen Hamelnern noch in Erinnerung. Vor drei Jahren begannen die Stadtwerke mit den Abrissarbeiten auf der Werderinsel – jetzt liegt der Fokus auf der Zukunft. Christoph Kerstein, der das Grundstück im vergangenen Herbst von den Stadtwerken gekauft hat, präsentierte jüngst seine Pläne für das Grundstück.

Auf etwa 2500 Quadratmetern werden neben den Büro- und Besprechungsflächen des Unternehmens Hameln Pharma plus zwei weitere Büroeinheiten und drei Wohnungen entstehen. Diese möchte Kerstein vermieten. „Hier Wohnraum zu schaffen, ist mir ein persönliches Anliegen“, heißt es in einer Mitteilung. Die übrigen Büroflächen können von Unternehmen gemietet werden, so Kerstein. Diese seien eingeladen, „mit uns in Kontakt zu treten und gemeinsam eine vielfältige, attraktive Zukunft des Werders zu gestalten“.

Drei Geschosse hoch, im Untergeschoss 57 Stellplätze, große Glasfront Richtung Klüt – die Entwürfe haben offenbar sowohl den Geschmack der ehemaligen Grundstückseigentümerin Stadtwerke als auch Hamelns Stadtplanern gefallen. Zur Erinnerung: Schon einmal hatte es einen potenziellen Investor gegeben, der jedoch mit sechs Geschossen über die Vorstellung der Politiker hinausgeschossen war.

Der Erwerb des Grundstücks habe auf einem Investorenwettbewerb basiert, bei dem städtebauliche Aspekte im Vordergrund gestanden hätten, berichtet Kerstein. Mit ihren Entwürfen haben die Hamelner Architekten Frank Schmalisch und Andreas von Schilgen (fsvs-architekten) offenbar ins Schwarze getroffen. „Wir sind glücklich, dass es dort vorangeht“, sagt Thomas Wahmes von der Stadt Hameln auf Nachfrage und ergänzt: „Aus unserer Sicht ist das eine städtebaulich sehr gelungene Lösung.“

Das Gebäude entsteht laut Kerstein im direkten Anschluss an das vorhandene Gebäude, in dem die Hamelner Außenstelle des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Hannoversch Münden untergebracht ist. Kerstein selbst schwärmt von den Plänen: Es füge sich harmonisch in die umgebende Bebauung ein und erlaube den Blick auf die Stadtsilhouette beim Überqueren der Weserbrücke.

Der Komplex soll ab Fertigstellung im Jahr 2019 die neue Arbeitsheimat für die etwa 30 Mitarbeiter werden, die bei Hameln Pharma plus beschäftigt sind. Die neuen Büros böten aber auch noch Platz für zusätzliche Mitarbeiter. Bisher hat das Unternehmen seinen Sitz im Industriegebiet Langes Feld.

Gekauft wurde das Grundstück vom Schwesterunternehmen Hameln Grundstücks GmbH & Co.KG. Über die Investitionssumme schweigt der Unternehmer.

Derzeit wird auf dem Grundstück neben der Münsterbrücke die Baugrube ausgehoben, im Anschluss folgen Gründungsarbeiten, danach soll mit dem Bau des Gebäudes begonnen werden.