Alle Wetter – jetzt kommt der Herbst

Von Meike Schaper

und Jens F. Meyer

Weserbergland. Schenken wir manchem Wetterfrosch und solchen, die sich dafür halten, unseren Glauben, dann war‘s das jetzt mit dem Sommer. Auf Wiedersehen, salut und au revoir, Du warme Jahreszeit, warst so schön, aber jetzt wird‘s herbstlich. Seit diesen Donnerstag fällt das Quecksilbersäulchen unter die 18-Grad-Marke und wir im Weserbergland, noch angeschwitzt von den vergangenen Wunderwochen, bibbern weniger aufgrund der Temperaturen, denn vielmehr aufgrund der Tatsache, dass die Aussichten zunächst einmal tatsächlich nur noch mittelprächtig sind…

Es gibt Menschen, die jubeln gerade, was nachvollziehbar ist. Die Landwirte zum Beispiel. Haben geackert, haben gesät, haben gepflanzt – und dann fiel kaum noch Regen, aj wie auch, denn der Himmel war heiter gestimmt. In Zahlen: 4,6 Liter Wasser pro Quadratmeter im Monat Mai – das ist ungefähr die Menge Flüssigkeit, die wir Menschen an zwei Tagen minimum zu uns nehmen sollten… Im April waren es 34, 65 Liter pro Quadratmeter, also auch nicht gerade eine himmlische Offenbarung. Und wäre da nicht dieser Riesenregen im Juni gewesen, dieser eine Tag, an dem sich die Schleusen öffneten, würde die Bilanz für den Juni auch ziemlich trocken ausfallen. So trocken, dass zum Beispiel – man lese und staune – die Einwohner des Ortsteils Brünnighausen seitens der Gemeindeverwaltung darauf hingewiesen worden sind, momentan Gartenpools, Teiche oder ähnlich große Wasserbecken nicht aus der Trinkwasserversorgung zu befüllen oder Trinkwasser für Beregnungszwecke zu verwenden! So knapp war das kostbare Nass zwischenzeitlich geworden.

Möglich, dass uns die trockenen Zeiten lehren, grundsätzlich sparsamer mit unseren Ressourcen umzugehen. Immerhin hat der Wasserverbrauch pro Kopf Anfang der 90er-Jahre noch bei über 170 Liter am Tag gelegen und ist heute auf circa 130 Liter am Tag gesunken – das ist doch schon mal ein Erfolg, nicht wahr?

In Sachen Wasserverbrauch herrscht in Deutschland ein starkes Ost-West-Gefälle. Wissenschaftler der Universität Lund haben die deutschen Verbrauchsstatistiken 2014 unter die Lupe genommen, um auf einen bewussten Umgang mit der wertvollen Ressource aufmerksam zu machen. Das Ergebnis: Nordrhein-Westfalen ist Spitzenreiter – 135 Liter sickern hier pro Person täglich durch die Abflüsse. Sachsen hingegen zeigt sich mit nur 84 Litern pro Tag besonders sparsam. Das meiste Trinkwasser verbraucht der Deutsche mit 36 Prozent allein bei der täglichen Körperpflege. Tatsächlich werden täglich nur fünf Liter Wasser für Essen und Trinken verwendet.

Sei’s drum, hier kommt jetzt die Wettervorhersage für die kommenden Wochen. Wer nicht mutig genug ist, sollte ab hier nicht mehr weiterlesen. Für alle anderen sei festgehalten:

Seit vergangenem Donnerstag, 12.07 Uhr mitteleuropäischer Zeit, ist Sommer und deshalb wird’s jetzt herbstlich. Wenigstens noch bis einschließlich Montag hängt die trübe Suppe über dem Landkreis. Wolken, aus denen es nicht selten regnet, und Thermometer, die kaum die 20-Grad-Marke knacken, sind an der Tagesordnung. Wie es aussieht, wird es dann aber ab Mitte der Woche endlich wieder sommerlich!