Situation am Bahnhof soll verbessert werden

Hameln. Die Hamelner sollen ihren Bahnhof stressfreier und sicherer erreichen können. Auf diese Nachricht hat mancher Nutzer dieser Station seit fast zwei Jahrzehnten gewartet. Jetzt ist auch nach Ansicht der Verantwortlichen im Rathaus der Zeitpunkt gekommen, die Verkehrssituation in diesem stark frequentierten Bereich spürbar zu verbessern. „Wir haben den Optimierungsbedarf erkannt“, betont Stadtbaurat Hermann Aden.

Nachdem das mit großem Aufwand umgestaltete Areal Mitte 1999 eingeweiht worden war, erwies es sich sofort in wesentlichen Punkten als Fehlplanung. Ob mit dem Auto, zu Fuß oder per Fahrrad: Wer zum Bahnhof möchte, kommt zu bestimmten Zeiten ins Schwitzen. Der Pkw-Parkplatz, den unter anderem Hinbringer und Abholer ansteuern, ist oft überfüllt, die Zufahrt zu schmal, der Wendeplatz zu klein. In der Folge wird der Bürgersteig zugeparkt, was Fußgänger behindert und gefährdet. Dass auch Radfahrer in großer Zahl den Bahnhof zum Ziel haben könnten, hatten die städtischen Planer einst nicht einkalkuliert. Zu sehr war der Fokus auf einen reibungslosen Busverkehr und allenfalls noch auf die Auto-Tagesnutzer im Parkhaus gerichtet gewesen. Seitdem hat es zwar einige Anpassungen gegeben – Fahrradständer, Zebrastreifen, Schutzpoller –, doch an den zeitweise chaotischen Verhältnissen vor dem Bahnhof hat sich nicht wirklich etwas verändert. Nun jedoch will die Stadt „mit vertretbarem Aufwand nachbessern“, wie es Aden ausdrückt. Den Spielraum dafür schaffe das von den Stadtwerken projektierte zweite Parkhaus am Hastenbecker Weg.

Wer künftig jemanden mit dem Auto zum Bahnhof bringen oder von dort abholen möchte, soll nicht länger umständlich rangieren müssen. Die Zone für das kurze Halten, das Abschieds- oder Begrüßungsküsschen, wird als Rundumverkehr angelegt. Die Zufahrt vom Hastenbecker Weg erfolgt wie gewohnt vor der Front des ehemaligen Postgebäudes; die Ausfahrt wird verbreitert. Die Aufteilung in drei separate Parksektionen soll aufgehoben werden. Von der jetzigen dritten wird eine Schneise zur ersten Sektion geschlagen – mit einer Absetzzone am mittleren Bürgersteig. Der verbleibende Parkraum wird neu aufgeteilt, unter anderem mit Schrägstellplätzen, in die leichter und platzsparender hinein- und herauszukommen ist. Am bisherigen Wendeplatz bleibt Raum für Elektroautos, E-Bikes und Motorräder. Auch für ein Carsharing-Angebot soll hier Raum sein, heißt es aus dem Rathaus. Alle anderen Autofahrer könnten die Parkhäuser ansteuern.

Radfahrer gelangen bislang über die zeitweise gefährliche Autozufahrt oder – erlaubterweise – auf dem Gehweg am Kino zu den Abstellanlagen vor und in dem Stationsgebäude. Von einem Radweg an zentraler Stelle, der vor fünf Jahren in Aussicht gestellt worden war, ist nun allerdings nicht mehr die Rede. Hunderte Fahrräder sollen in einiger Zeit in dem bestehenden Parkhaus unterkommen.

An der Einmündung des Hastenbecker Weges in den Bahnhofsplatz sollen ein Fußgängerüberweg sowie ein Fahrradschutzstreifen markiert werden. Befürchtungen, dass ein hohes Aufkommen von Passanten zu Stoßzeiten einen Dauerstillstand auf der Fahrbahn auslösen könnte, teilen die Planer nicht ganz. Sie sprechen in der Stellungnahme zum Entwurf des Hameln-Pyrmonter Nahverkehrsplanes von einer „vorübergehenden Beeinträchtigung des Verkehrsflusses“ im Berufsverkehr: „Da es sich hierbei um übliche und kurzfristige Zeiträume handelt, besteht derzeit kein Handlungsbedarf.“