Auf Zeitreise ins Mittelalter

Hameln. Anlässlich des Musical-Events „Der Medicus“ in Hameln plant das Museum ab November eine Sonderpräsentation mit dem Titel „Inspiration Mittelalter. Das Zeitalter des Medicus“. Der Mittelalter-Roman „Der Medicus“ von Noah Gordon ist ein Welterfolg. Millionen von Menschen lasen das Buch oder sahen die Verfilmung, und seit 2016 ist der Medicus auch auf der Bühne zu erleben. Die Aufführung des Musicals im Hamelner Theater im Dezember nimmt das Museum zum Anlass, ausgehend vom Medicus-Stoff nach der Faszination des Mittelalters als Inspirationsquelle zu fragen.

Dabei bildet die eigene Mittelalter-Abteilung mit ihren historischen Objekten den Ausgangspunkt für eine Gegenüberstellung, die die Beschreibungen Noah Gordons schlaglichtartig in Beziehung setzt zu unserem Wissen über die tatsächlichen Verhältnisse der damaligen Zeit. Die Besucher erleben damit vor den jahrhundertealten Zeugnissen der Vergangenheit das Spannungsfeld, in dem sich unsere moderne Rekonstruktion von Geschichte abspielt. Denn einerseits leistet die Darstellung in Romanen, Filmen oder Bühnenstücken einen entscheidenden Beitrag zur Aneignung des Mittelalters, andererseits bedient sie sich auch bewusst künstlerischer Freiheiten, um Dramatik und Unterhaltungswert zu steigern.

Ein eigener Raum wird deshalb der Medicus-Verfilmung von 2013 gewidmet sein. Nicht nur der epische Stoff der Romanvorlage, sondern auch seine exotischen Schauplätze liefern eine dankbare Vorlage für „ganz großes Kino“, das im „Medicus“ eine reiche Inspirationsquelle findet. Die Ausstellung will diese Faszination mit Original-Requisiten veranschaulichen, darunter das Kostüm von Ibn-Sina-Darsteller und Oscar-Preisträger Ben Kingsley.

„Das Musical bietet einen sehr emotionalen Zugang zur Welt des Mittelalters und wird sicherlich viele im Publikum zu einer weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema anregen“, meint Museumsleiter Stefan Daberkow. „Genau dort setzt unsere Ausstellung an, indem sie nicht nur die Verarbeitung des Stoffes in unterschiedlichen Medien behandelt, sondern gleichzeitig eine neue Perspektive auf unsere mittelalterliche Sammlung bietet.“

Kurator ist der Historiker Adrian Schwinge aus Uetze, der die Ausstellung für das Museum konzipiert.