Morgen hat Pyrmont Brückentag

Bad Pyrmont (mes). Was ist, wenn… Derzeit laufen die Bauarbeiten an der Heemsteder Brücke nach Plan, gibt Markus Brockmann, Leiter des Geschäftsstellenbereichs Hameln der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Auskunft. Doch dann kommt ein großes Aber. Denn man sei auf Beton gestoßen, mit dem man nicht gerechnet hatte…

„An einem Widerlager wurde Beton gefunden“, sagt Brockmann. Derzeit würden Bohrungen stattfinden, um zu schauen, wie tief dieser geht. „Vergangenen Donnerstag war ein Bodengutachter vor Ort, um die Festigkeiten festzustellen“, so Brockmann weiter. Heißt: Es steht die Frage im Raum, ob das neue Bauwerk nun überhaupt noch so gegründet werden kann wie vorgesehen! Und so hofft Markus Brockmann, dass auch weiterhin alles nach Plan läuft und die Beteiligten nicht aus allen Wolken fallen, wenn morgen die Bohrungsergebnisse vorliegen.

Die Heemsteder Brücke über die Emmer in Bad Pyrmont stammt aus dem Jahr 1896. In der Vergangenheit wurde das Bauwerk mehrfach saniert, damit es den gestiegenen Verkehrsanforderungen gerecht wurde. Aufgrund des hohen Alters und des vorhandenen Zustands der Brücke kam jetzt nur noch ein Ersatzneubau an der gleichen Stelle infrage. Die Bauzeit sollte laut Behörde etwa zehn Monate betragen, mit einer Fertigstellung wird – immer noch – bis November dieses Jahres gerechnet. Vorausgesetzt, die Bohrungsergebnisse machen dem Plan keinen Strich durch die Rechnung.

Weil die Brücke im FFH- und Heilquellenschutzgebiet liegt, sind für die Baudurchführung zusätzlich verschiedene Randbedingungen zu beachten. Die bestehenden Fundamente der Brücke konnten nur teilweise abgebrochen werden, um für den Neubau wieder verwendet zu werden. Das neue Bauwerk gründet dann, wie auch schon das alte, auf einer tragfähigen Schicht aus Flusskies. Zur Gewährleistung der Sicherheit und zum Schutz der Heilquellen erfolgt eine gutachterliche Begleitung der Bauarbeiten über den gesamten Zeitraum.

Geht alles glatt, so werden im November für das neue Bauwerk circa 500 Kubikmeter Beton verbaut worden, für die Herstellung des Überbaus neun Spannbetonfertigteile verlegt sein. Die Gesamtmaßnahme kostet circa 1,6 Millionen Euro und wird vom Land Niedersachsen finanziert.

Auch die Verkehrsteilnehmer werden die Daumen drücken, dass die Bohrungsergebnisse keinen GAU auslösen. Denn seit diesem Frühjahr werden sie durch die Baumaßnahme aus Richtung Hameln kommend (U1) über die B 1 umgeleitet: Groß Berkel – Aerzen – Reher – Grießem über die L 426 nach Bad Pyrmont. Aus Richtung Lügde (U5) wird der Verkehr über die K 62 (Glashütte – L 946 Eschenbruch – Hagen – L 430) nach Bad Pyrmont geführt. Die innerörtliche Umleitung in Bad Pyrmont (U4) erfolgt über die Bad Freienwalder Brücke: An der Saline – Solbadstraße und Waldecker Straße. Für einen optimierten Verkehrsfluss an den Kreuzungen am Bahnhof (Bahnhofstraße/Lügder Straße), An der Saline/Thaler Straße und Dringenauer Straße/Thaler Straße wurde die Verkehrsführung angepasst. Dichtes Verkehrsaufkommen und Staus können aber nicht immer verhindert werden, sodass stets mehr Fahrtzeit eingeplant werden sollte – für viele Autofahrer eine Zerreißprobe.