Abflug!

Weserbergland (ey). Eigentlich ist Mitte Juli die Hohezeit der Schmetterlinge. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Sommerflieder (Buddleja), auch Schmetterlingsflieder genannt, in vielen Gärten und wilden (Brach-)Landschaften blühen. Sie wirken wie ein Magnet auf Tagfalter wie Tagpfauenauge, Admiral und Kleiner Fuchs. Allein: Umweltschützer beklagen die zunehmende Belastung für bestäubende Insekten durch Monokulturen in der Landwirtschaft, Überdüngung, Umweltverschmutzung und Treibhauseffekt. In der Folge ist nicht nur das Bienensterben zu nennen, sondern auch andere Insekten gehören zu den Verlierern. Die Schmetterlinge mittendrin.

Sie tragen teils seltsam skurrile Namen. Das „Große Ochsenauge“, benannt nach der Flügelzeichnung, ist weg! Es kommt so gut wie nicht mehr vor, im Weserbergland schon mal gar nicht, aber auch nicht in südlicheren Gefilden wie Bayern oder Baden-Württemberg. Es ist beileibe nicht das einzige Problemkind unter den Faltern, die in der heimischen Region links und rechts des Weserflusses unter massivem Druck stehen, bemängeln Umweltschützer.

Kleinste Veränderungen

machen große Probleme

Schmetterlinge sind sehr empfindlich. Kleinste Veränderungen können große negative Ausmaße für ihr Fortbestehen haben. Das liegt vor allem an der Spezialisierung der Wirtspflanzen für Raupen oder Falter. Bestes Beispiel dafür ist der Aurorafalter. Die Eiablage erfolgt an Kreuzblütlern (Brassicaceae). Dazu gehören zum Beispiel Wiesen-Schaumkraut und Knoblauchsrauke – beide sind in vielen Ackerrandbereichen seltener geworden und in Gärten verpönt, werden herausgerupft, weggespritzt. Damit wird dem wunderschönen Aurorafalter die Lebensgrundlage genommen.

Seltsam bedrückend wirken daher auch die zurzeit von Schmetterlingen nur selten besuchten Blüten des Sommerflieders. Es ist ja nicht so, dass sie nicht hübsch wären, ganz im Gegenteil, aber wenn doch die Buddleja-Gehölze auch als Schmetterlingsflieder bezeichnet werden, darf man mehr als ein paar Kohlweißlinge erwarten. Doch viele Dolden dieser besonderen Gartengehölze bleiben von den bunten, fröhlichen Tagfaltern unbesucht. Ist das womöglich schon ein Vorbote für die kommenden Jahre, weil die Bestände von Bestäubungsinsekten durch negative Umwelteinflüsse schon nachhaltig geschädigt sind. Oder ist es nur eine vorübergehende Baisse? Hoffentlich nur vorübergehend.

Schicken Sie uns, liebe Leserin, lieber Leser, Fotos von Faltern, die sich bei Ihnen tummeln – via E-Mail an: m.schaper@wrw-hameln.de Zitronenfalter. Kleiner Fuchs. Admiral. Tagpfauenauge. Kohlweißling. C-Falter. Kleines Ochsenauge. Schachbrett. – Die Liste der Tagfalter, die sich in den Gärten und der Landschaft tummeln sollten, ist noch viel länger. Aber in diesem Sommer beklagen viele Gartenbesitzer – auch solche, die nachhaltig und biologisch agieren – den drastischen Rückgang an Schmetterlingen! HALLO zum Sonntag ruft deshalb dazu auf: