Freie Fahrt ab 3. August

Fuhlen. Die neue Fuhlener Weserbrücke wird Freitag, 3. August, für den Verkehr freigegeben. Das teilt die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mit. Die Arbeiten für die Verlegung der Straßenanschlüsse seien weitestgehend abgeschlossen, heißt es. Ab voraussichtlich 14 Uhr will die Behörde am genannten Tag die Straßensperrung aufheben, sodass die ersten Fahrzeuge über das Bauwerk rollen können.

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit wird vorerst auf 50 Stundenkilometer begrenzt. Das sei notwendig, weil die Straßenbauer noch mit Restarbeiten beschäftigt seien, heißt es von der Landesbehörde. Erst Mitte nächsten Jahres sollen auch diese endgültig abgeschlossen sein. Bis die Fuß- und Radwege fertig sind, wird der unmotorisierte Verkehr noch über die alte Brücke geleitet.

Bei vielen Pendlern und Bewohnern der Weserdörfer dürfte die Nachricht zu Erleichterung führen. Die Umleitungen über Hameln, Rinteln oder die Fährverbindung in Großenwieden verursachen Zeitverluste von bis zu einer halben Stunde. Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 Stundenkilometer dürfte, verglichen mit den Staus, die sich beispielsweise vor der Fähre in Großenwieden bilden, kaum ins Gewicht fallen.

Gesperrt ist die Zuwegung zur Brücke seit dem 28. Juni. Aus Gründen des Arbeitsschutzes wird der motorierte Verkehr nicht durchgelassen – Ausnahmen gibt es nur bei Blaulichtfahrten für Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr.

Das Ziel der Straßenbaubehörde war es, die Brücke frühestens am 28. Juli, spätestens aber bis zum Ende der Sommerferien freizugeben. Da die Sommerferien erst am 8. August enden, hat die Behörde ihre selbst gesetzte späteste Frist eingehalten.

Damit alles wie geplant läuft, wird auch bei den derzeitigen Temperaturen von über 30 Grad weiterhin an der Brücke gearbeitet – für die Arbeitskräfte ist das eine große körperliche Belastung.

„Der Asphalt ist mittlerweile eingebaut“, sagt Uta Weiner-Kohl, stellvertretende Geschäftsbereichsleiterin der Straßenbaubehörde. Damit sind die Baumaßnahmen ihrem Ende schon ein bedeutendes Stück nähergekommen. Noch vor kurzem hatte die Behörde Bedenken, dass mehrtägiges Regenwetter den Zeitplan durcheinanderbringen könnte, weil der Asphalt bei Nässe nicht aufgetragen werden kann. Nun wäre fast der gegenteilige Fall eingetreten – nämlich dass der pralle Sonnenschein mit brütender Hitze den Asphalt zu langsam abkühlen lässt. Mit heißem Asphalt müssen die Arbeiter also wenigstens nicht mehr hantieren, während die Sonne erbarmungslos vom Himmel brennt. Zurzeit würden aber die Brückengeländer, die Schutzplanken und die Bankette angebracht. „Auf der Baustelle läuft alles“, sagt Weiner-Kohl. Am heutigen Donnerstag kommen sogar noch zusätzliche Arbeiter, die die Markierungen auf der Straße auftragen.

Obwohl sich die endgültige Fertigstellung noch bis in die Mitte des kommenden Jahres hinzieht, ist am 3. August nach jahrelangen Planungs- und Baumaßnahmen das wichtigste Ziel endlich erreicht.

Schon im Jahr 2012 stand fest, dass die alte, im Jahr 1953 erbaute Weserbrücke ersetzt werden muss. Nachdem der Neubau im August 2016 begonnen worden war, erfolgte im Oktober letzten Jahres der spektakulärste Teil der Arbeiten: Die Verschiebung des 900 Tonnen schweren Bauwerks auf seine endgültige Position. Um dabei zuzugucken, waren zahlreiche Schaulustige angereist. Im Herbstwird an der Weser ein weiteres Spektakel zu bebachten sein: Die alte Brücke wird dann nämlich abgerissen.