Zwei neue Kontaktbeamte im Einsatz

Bad Pyrmont. Hermann Frede ist seit heute als Polizist und Kontaktbereichsbeamter für Bad Pyrmont Geschichte, denn er wird, wie bereits berichtet, Pensionär. Seine Aufgabe, zu Fuß Streife durch die Stadt zu laufen, übernehmen gleich zwei seiner Kollegen: die Polizeioberkommissare Ilja Walter und Ralf Kleinschmidt. Das hat nichts damit zu tun, dass Frede Spuren hinterlässt, die so groß sind, dass sie nur schwer zu füllen sind, sondern mit der Personalsituation des Polizeikommissariats Bad Pyrmont.

Die beiden neuen „KOBs“ werden sich abwechseln, denn ihre neue Aufgabe ist kein Vollzeitjob, sondern sie werden weiterhin für den ganz normalen Einsatz- und Streifendienst im Schichtbetrieb benötigt. „Geplant ist, dass sie einmal wöchentlich präsent sind“, sagt Kommissariatsleiter Manfred Hellmich, der seine beiden Kollegen am Montag vorstellte. Auch Frede wäre gerne öfter zu Fuß unterwegs gewesen, doch seit gut zwei Jahren war das nicht mehr so oft möglich, wie er sich das gewünscht hätte. Zurzeit sind etwa 20 Beamte im Einsatz- und Streifendienst tätig, es waren schon einmal 25. Langzeitkranke, Reha-Maßnahmen und Ruheständler haben laut Hellmich für Engpässe gesorgt. Verstärkung wird erst zum 1. Oktober erwartet, wenn fünf junge Kollegen dazustoßen, die allerdings noch Ausbildungsbedarf haben.

„Extra Personal bekommen wir für den Einsatz eines Kontaktbeamten nicht“, macht der Erste Kriminalhauptkommissar deutlich. Er sei sehr dankbar, dass er mit Walter und Kleinschmidt nicht nur zwei erfahrene Polizisten für diese Aufgabe gewinnen konnte. Vorgeschrieben ist die Stelle eines KOBs für eine Stadt in der Größe Bad Pyrmonts nämlich nicht. „Aber ich bin mir bewusst, dass Bad Pyrmont als Kleinstadt eine exponierte Stellung hat“, erklärt Hellmich. „Bad Pyrmont braucht den Schutzmann in der Stadt, zumal die Uniform sehr deutlich wahrgenommen wird, wie ich bei einer Fußstreife mit Hermann Frede festgestellt habe. Das trägt zum Sicherheitsgefühl bei.“

Die beiden Polizeioberkommissare treten ihre Aufgabe freiwillig und, wie sie versichern, gerne an. Beide haben Erfahrung in der Präventionsarbeit und sind in Bad Pyrmont bekannt. Der 46 Jahre alte Walter – gebürtiger Hamelner, verheiratet und seit 1994 Polizist in der Kurstadt – kümmert sich um Senioren, sein Kollege Kleinschmidt – 57 Jahre alt, gebürtiger Oesdorfer, verheiratet, zwei Kinder und seit 1991 im Pyrmonter Polizeidienst – ist Ansprechpartner für alle Schulen. „Bei der Altersklientel von Bad Pyrmont ist es wichtig, dass die Sicherheit zu sehen und zu spüren ist“, erklärt er, warum er sich entschieden habe, KOB zu sein. „Das Bild der Polizei ist mir wichtig und Prävention ist mir wichtig“, ergänzt Walter.

Beide haben sich vorgenommen, ihre Aufgabe mit viel Fingerspitzengefühl anzugehen. Sie wollen statt auf Verwarngelder lieber auf Erklärungen und Einsicht setzen, weil sie sich davon mehr Erfolg versprechen. Zugleich lassen sie keinen Zweifel daran, dass sie auch durchgreifen können, wenn es notwendig sein sollte. „Zu freundschaftlich darf man sich unsere Arbeit auch nicht vorstellen“, so Walter. Beide wollen ihren Einsatz flexibel gestalten, ausgerichtet an den Notwendigkeiten des Schichtdienstes, der die Grenzen für den Dienst als KOB vorgibt. Vorstellen können sie sich auch, dass sie nicht nur im Stadtzentrum, sondern auch einmal in einem Ortsteil oder in Aerzen unterwegs sind, das ebenfalls von Bad Pyrmont aus betreut wird.