Gewitter überm Zeltplatz!

Hameln/Hann. Münden (ey). Eigentlich könnte alles viel schöner sein, als es gerade schon ist, aber über dem Campingplatz an der Uferstraße in Hameln stieben selbst im Supersommer dräuend Wolken auf und entluden sich als Gewitter zwischen Betreiber Manush Gerbeshi und Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSV) Hann. Münden. Die Frage, wer recht hat, ist instabil zu beantworten.

Worum es geht: Gerbeshi, seit 2015 Campingplatzbesitzer, hatte, wie er sagt, mit dem WSV einen Pachtvertrag geschlossen, der auch regelt(e), dass er einen Teil der angrenzenden Weserwiese für Zelt-Camper nutzen darf. „Dafür habe ich den Randstreifen gemäht und saubergehalten. 20 Kubikmeter Müll kamen zusammen.“ Dass er „leider einmal für mehrere Tage“ Wohnmobile auf die Wiese hat fahren lassen, bedauert er. „Das war nicht gut.“ Es war sogar ganz schlecht.

Denn die Folge war, dass das WSV ihn abstrafte und sofort ein Verbot auch für Zelt-Camping aussprach, was aber angeblich der Pachtvertrag zulasse. Die Außenstelle des WSV hält sich bedeckt. „Kein Kommentar.“ Die Hauptverwaltung in Hann. Münden gibt sich betont sachlich. „Wir sahen uns genötigt, das Verbot auf Nutzung der Wiese aufgrund der Verfehlungen auszusprechen, denn es handelt sich um ein Landschaftsschutzgebiet. Es ist im öffentlichen Interesse, dass dort keine Fahrzeuge sein dürfen“, sagt Timo Freitag, Sachbereichsleiter im WSV in Hann. Münden. Er räumt aber ein, „dass wir als Behörde möglicherweise etwas sehr halsstarrig gehandelt haben“.

Pikant ist nämlich, dass erstens der Pachtvertrag zwischen Campingplatzbetreiber und WSV noch bis Ende dieses Jahres gilt, dementsprechend also auch gezeltet werden dürfte, und dass es sich zweitens laut der Unteren Naturschutzbehörde nicht um ein Landschaftsschutzgebiet handelt. „Die Grünfläche gilt als erhaltenswert, steht aber unter keinem besonderen Schutz“, sagt Thomas Wahmes, Pressesprecher der Stadt Hameln. Na sowas?

Zum Streit zwischen Bundesbehörde und Campingplatzbetreiber könne die Stadt nichts sagen. Jedoch ist Wahmes quasi in Personalunion nicht nur Pressesprecher, sondern auch Referatsleiter Wirtschaftsförderung und sagt: „Die Stadt hat großes Interesse daran, dass der Campingplatz gut läuft. Und das tut er. Was sich dort tut, ist ein Plus für den Tourismus. Das sollte unterstützt werden.“

Im Übrigen habe die Untere Naturschutzbehörde nichts dagegen, wenn die Wiese als Platz für Zelt-Camper genutzt werde.