Keine Ruhe am Jägerweg

Bad Pyrmont. Fast scheint es, als sei Ruhe eingekehrt am Jägerweg, knapp vier Wochen nach der von Bad Pyrmonts Bürgermeister Klaus Blome verfügten Sperrung der Straße für den öffentlichen Autoverkehr. Tatsächlich sind dort, zwischen der Einmündung Maulbeerallee und der östlichen Grundstücksgrenze des Jägerwegs 2, seither deutlich weniger Autos unterwegs. Aber es gärt. Und jetzt kommt noch ein Zwischenfall dazu, der die Betroffenen zusätzlich auf die Palme bringt.

Ein Gutteil der Anwohner von 21 Häusern der Straße „Am Luisenstein“ will sich nicht abfinden mit den Folgen der Entscheidung des Verwaltungschefs. Denn Ausnahmegenehmigungen gibt es nur für die Bewohner von zwei Häusern der Straße, deren Adressen noch „Jägerweg“ lauten. Die Bewohner der übrigen 19 dahinterstehenden Häuser werden im Rathaus nicht als Anwohner betrachtet– sie kommen nun mit dem Auto nur noch über Umwege nach Hause oder in die Stadt. Von Anwohnern ist jetzt zu hören, dass die Betroffenen eine Bürgerinitiative gründen wollen, um für die Wiederfreigabe des Jägerwegs zu kämpfen.

Ganz andere Fragen wirft ein Zwischenfall vom Sonntagabend auf: Da war eine junge Frau in ihrem Kleinwagen – mit Sonderdurchfahrtsgenehmigung – um kurz nach 21.30 Uhr auf dem gesperrten Teilstück des Jägerwegs nach Hause unterwegs, als es plötzlich nicht mehr weiterging. Zwei jeweils rund vier Meter lange Baumstämme blockierten die Fahrbahn. Ihr gelang es nach der ersten Schrecksekunde aus eigener Kraft, die Hindernisse beiseite zu räumen. Doch wer hat die schweren Stämme dort abgelegt? Und aus welchem Grund? Waren es nur ein paar Kindsköpfe, die die Folgen ihrer Handlungen nicht absehen können? Oder wollte mit den Hindernissen jemand Autofahrern einen Denkzettel verpassen, die sich von den umstrittenen Verbotsschildern nicht beeindrucken lassen? Verlässliche Antworten auf diese Fragen gibt es bislang nicht. Fest steht aber: Sollte die Polizei den Unbekannten auf die Spur kommen, dann steht denen Ärger ins Haus. Denn solche Delikte werden geahndet als gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr. „Die Polizei hat zugesagt, hier verstärkt Streife fahren so wollen“, sagt die Mutter der jungen Autofahrerin. Sie ist sicher: „Die Baumstämme hat jemand ganz bewusst dort hingelegt.“ Sie betrachtet den mutmaßlichen Sabotageakt als indirekte Folge der Straßensperrung.

In jüngster Zeit machten sie und andere mehrere befremdliche Erfahrungen: Die Inhaber von Sonderdurchfahrtsgenehmigungen würden zunehmend von Spaziergängern zurechtgewiesen, berichtet sie. Mit Spannung sieht sie nun der Gründung der Bürgerinitiative entgegen, die eine Wiederfreigabe des Jägerwegs erreichen möchte.