Wohngebiet bereitet Anwohnern Sorgen

Hameln. Des einen Freud ist des andern Leid: Zumindest befürchten einige Anwohner des Pflümerwegs Nachteile durch das geplante neue Wohngebiet im Klütviertel. Der Grundstückseigentümer hingegen dürfte bis auf Weiteres zufrieden sein, nachdem er die erste politische Hürde erfolgreich genommen hat.

Die Sorge von Anwohnern besteht darin, dass das ohnehin schon hohe Verkehrsaufkommen im Pflümerweg durch ein neues Wohngebiet noch verschärft wird. Neben Wohnhäusern gibt es am Pflümerweg oder in dessen unmittelbarer Nähe ein Pflegeheim, eine Dialyse-Praxis, eine Tankstelle und bald auch wieder einen Kindergarten. Der Eigentümer plant, auf seinen auf beiden Seiten des Pflümerwegs gelegenen Grundstücken insgesamt vier Häuser mit bis zu 38 Wohnungen zu bauen. In Anbetracht dessen waren „Verkehrschaos“ und „Parkplatzmangel“ die Schlagworte, die in der Einwohnerfragestunde des Stadtentwicklungsausschusses fielen. Der hatte über die für das geplante Wohngebiet nötige Änderung des Bebauungsplans zu befinden.

Auf offene Ohren stießen die Befürchtungen der Anwohner besonders bei Karin Echtermann (SPD): „Ich teile die Sorgen der Anwohner mit dem Verkehr“, sagte sie. Aufgrund der vorhandenen Infrastruktur sei mit einem Problem bei den schon knapp bemessenen Parkmöglichkeiten zu rechnen. Deshalb hätte der Investor für Tiefgaragenparkplätze zu sorgen, aber vielleicht habe er diese ja bereits geplant, so Echtermann. Ansonsten begrüße sie das Projekt, da sich auf einem Teil der Grundstücke, die nun bebaut werden sollen, schon lange nichts mehr getan habe, und ein Wohngebiet das Viertel aufwerten könne.

Sven Kornfeld von den Grünen hält die Parkplatzsorge für ungerechtfertigt. Er selbst wohne in der Innenstadt, wo es deutlich weniger Dauerparkplätze gebe und er daher mitunter einen Kilometer weit entfernt von seiner Wohnung zu parken habe. Dazu komme, dass es in Zukunft sowieso weniger Autos geben werde, wodurch das Problem von selbst aufgelöst werde.

Hermann Aden, Erster Stadtrat, erklärte gegenüber den Anwohnern: „Wir wollen und müssen alles berücksichtigen.“ Dazu zähle auch ein „Stellplatznachweis“, den ein Investor zu erbringen habe. Dieser Nachweis sei in Anbetracht des geplanten Bauvolumens ohne Tiefgarage – an deren Bau der Eigentümer bislang aber großes Interesse gezeigt habe – nicht möglich. Der Eigentümer, so Aden, dürfe „die Parksituation nicht verschlimmern“. Man dürfe aber auch nicht erwarten, „dass er die Parksituation verbessert“.

Der Ausschuss stimmte einstimmig für die Änderung des Bebauungsplans. Im nächsten Schritt wird der nichtöffentliche Verwaltungsausschuss darüber befinden. Stimmt dieser dafür, haben die Bürger für mindestens einen Monat die Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen. Die Stellungnahmen werden geprüft und abgewogen, der Verwaltungsausschuss erarbeitet einen Vorschlag, der die öffentlichen und privaten Belange abwägt und legt das Ergebnis dem Rat der Stadt vor. Dieser hat dann darüber zu entscheiden. „Stimmt er zu, ist das Verfahren abgeschlossen“, erklärt Stadtsprecher Thomas Wahmes. „Dann bleibt dem Bürger nur die Klage.“