Salziger Wolfgang lädt zum Tasting

Bad Pyrmont (mes). Wer darf’s denn sein? Helene, Friedrich oder Wolfgang? Nein, Bad Pyrmont macht jetzt nicht auf „Kurgast sucht Kurschatten“ – alle drei Namen stehen für Gesundheit, die man trinken kann. Sie sind Heilquellen. Das Staatsbad Pyrmont hat nämlich ein neues Angebot ins Programm aufgenommen: „Quellentasting“ heißt es und findet jeden Mittwoch ab 16 Uhr statt. Treffpunkt ist die Quellenausgabe in der Wandelhalle. Dort werden die Gäste und Bürger empfangen, um anschließend die Quellen – Pyrmonts unermüdlich sprudelnde Schätze – kennenzulernen.

Bad Pyrmont, das „Tal der sprudelnden Quellen“, hat einen reichen Schatz an natürlichem Heilwasser. Hier gibt es das seltene Vorkommen von zwei verschiedenen Heilwasserarten: Am Bomberghang treten die natürlich sprudelnden Calcium-Magnesium-Sulfat-Hydrogencarbonat-Säuerlinge zutage. In der Flussniederung der Emmer werden die kochsalzreichen Natrium-Chlorid-Säuerlinge und Sole gefördert. Begünstigt durch die geologischen Besonderheiten und das einem Magmaherd in 3000 bis 4000 Meter Tiefe entströmende natürliche CO2-Quellgas erhalten diese Heilwässer mit ihren spezifischen Gehalten an Mineralstoffen und Spurenelementen die gesundheitsfördernde Wirkung. Generalfeldmarschall Graf Moltke schrieb 1841: „Der Brunnen schmeckt sehr gut und das Bad ist, als ob man in moussierendem Champagner badet“.

Seit 2001 hatte Werner Lange den Quellen-Spaziergang angeboten, seine Nachfolge haben nun Freya Wennemann, Ulla Holstein, Marion Windel, Jana Heller und Chantal Wottke angetreten – alles Mitarbeiterinnen der Brunnenausgabe, denen die natürlichen Heilmittel von Bad Pyrmont am Herzen liegen. Sie haben gemeinsam das Projekt „Quellentasting“ erarbeitet. „Das waren wir unseren Quellen einfach schuldig“, sagt Freya Wennemann. „Das ist ein Geschenk der Natur. Sie gehören zum Besten, was wir haben.“

Der unterschiedliche Mineralstoffgehalt der Pyrmonter Heilquellen ermöglicht ein breites Anwendungsspektrum: Die Heilwässer mit natürlichem Kohlensäuregehalt werden bei funktionellen Erkrankungen der Verdauungsorgane empfohlen (Helenenquelle, Der Hyllige Born, Friedrichsquelle, Trampel’sche Quelle, Wolfgangquelle). Die Calcium-Magnesium-Sulfat-Hydrogencarbonat-Säuerlinge eignen sich zur Vorbeugung alimentärer Eisenmangelzustände, Förderung der Diurese bei urologischen Erkrankungen, alimentärer Calciummangelzustände und bei Osteoporose sowie als Begleitbehandlung allergischer Erkrankungen (Bad Pyrmonter Helenenquelle, Friedrichsquelle). Der Hyllige Born wird empfohlen zur Unterstützung der Harnausscheidung. Die natriumchloridhaltigen Heilquellen können angewendet werden bei orthostatischen Kreislaufregulationsstörungen und Kochsalz- und Flüssigkeitsmangel im Alter.

Das Quellentasting beginnt jeden Mittwoch um 16 Uhr mit einem kleinen Umtrunk an der Quellenausgabe in der Wandelhalle – natürlich untermalt mit Informationen rund um die Quellen. Hier erfahren die Teilnehmer, wie die Quellen zu ihren Namen gekommen sind und welche Wirkungen die einzelnen Wässerchen haben. Danach geht’s los zu einem Spaziergang zu den Ursprungsorten. Vom Hylligen Born, der ältesten Pyrmonter Quelle, führt der Weg zur Helenenquelle und anschließend die Bombergallee hinauf zur Friedrichsquelle – die einzige Quelle, die für alle Einwohner rund um die Uhr kostenfrei zugänglich ist. – Rund 90 Minuten dauert der Spaziergang, bei dem Gäste und Bürger viele Informationen über die angenehm schmeckende Helene, den salzigen Wolfgang oder dem freischüttenden Friedrich erfahren.