Rübenkampagne startet im Staub

Weserbergland (ww/jlg). Einfach hatten es die Bauern in diesem Jahr ganz und gar nicht. Nach der vom Wetter verkorksten Getreideernte und den ebenso sehr gebeutelten Viehwirtschaftsbetrieben blicken zum Start der Zuckerrübenernte an diesem Wochenende die Landwirte erneut auf schlechtere Erträge voraus. Verbraucher können das allein schon daran erkennen, dass es furchtbar staubt, wenn die Roder über die Felder rattern. Die Trockenheit führt zu kleineren, schlechteren Erträgen und einer erschwerten Ernte.

Die Trockenheit der vergangenen Wochen wirkt sich auch auf die diesjährige Rübenkampagne aus. Wie hoch die Erträge ausfallen, ist unsicher. Aber eines steht fest: Die Rübe ist für Mitte September so süß wie selten zuvor. „Die Rübenerträge werden unter dem Schnitt der vergangenen Jahre liegen“ beschreibt Dirk Wollenweber, Geschäftsführer des Zuckerrübenanbauerverbandes Südniedersachsen e.V. die Situation. Das Ausmaß der Ertragseinbußen differenziert regional sehr stark und könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht belastbar abgeschätzt werden. „Jeder Acker ist anders und die Erträge werden stark voneinander abweichen. Hier wird sich jeder Bodenunterschied und die von Ort zu Ort unterschiedlichen Mengen an Niederschlägen im Ertrag wiederfinden“, sagt Wollenweber. Gleichzeitig dürften höhere Zuckergehalte ausgleichend wirken, denn die Rüben sind mit Zuckergehalten von bis zu 20 Prozent derzeit sehr süß.

Zudem kann die tief wurzelnde Ackerfrucht sehr effizient mit dem Wasser umgehen. Die Wurzeln reichen bis zu zwei Meter in die Tiefe. Somit kommt die Rübe im Vergleich zu den anderen Ackerkulturen am besten mit der Trockenheit zurecht. Unter zahlreichen Rübenschlägen sind jetzt aber die Wasserreserven erschöpft. Fraglich wird auch sein, wie stark die Rübe noch im Herbst weiter wächst. „Bis Ende der Erntesaison im November haben die Zuckerrüben in der Regel einen starken Zuwachs“, so Wollenweber. „Der wird aber in diesem Jahr ausbleiben, wenn es nicht in nächster Zeit ergiebige Niederschläge gibt.“

Die als Kampagne bezeichnete Verarbeitungszeit beginnt in der Zuckerfabrik Nordstemmen am 19. September und damit einige Tage später als üblich.