Eine echte Tragödie für das Kurtheater

Bad Pyrmont (ey / jlg / pr). 200 Jahre alt ist es, das Kurtheater Bad Pyrmont. Für ein Haus eigentlich kein Grund, schlapp zu machen. Ein paar Setzrisse hier, einige Sanierungen dort, neue Fenster, Türen, etc. – alte Häuser können in Schuss gehalten werden. Allein: Man muss sich darum kümmern. War dies möglicherweise in Bad Pyrmont nicht ausreichend der Fall?

Denn in der Tat musste das altehrwürdige Gebäude, in dem schon zahllose Gastspiele verschiedenster Ensembles, Künstler und Musiker stattgefunden haben, jetzt geschlossen werden. Nicht bald, nicht gleich, sondern sofort! Der Grund im Wortlaut des Staatsbades: „Im Rahmen der Untersuchungen des Staatlichen Baumanagements Weser-Leine anlässlich der baufachlichen Beratung zur geplanten Brandschutzsanierung, Modernisierung und Attraktivitätssteigerung des 200 Jahre alten Kurtheaters wurden gravierende Mängel festgestellt, welche die sofortige Schließung des Hauses zum Schutz der Besucher zur Folge hatte.“

Man muss nicht lange suchen in der Kurstadt, um kritische Stimmen dazu einzufangen. Die Kulturinteressierten – und davon gibt es eine Menge hier und auch über die Stadtgrenzen hinaus – bedauern diese missliche Lage. Das Staatsbad ebenso: Der Tag der Entscheidung sei „kein erfreulicher für die Geschäftsführung und die Veranstaltungsleitung des Staatsbades Pyrmont“ gewesen. „Das Kur-theater ist ein ganz besonderes Kleinod, ein theaterhistorischer Schatz, den auch zahlreiche Künstler sehr geschätzt haben“, sagt Veranstaltungsleiterin Silke Schauer. Ein geschichtsträchtiges Haus, ohne Zweifel. Eigentümer ist übrigens das Land Niedersachsen. Die Pläne für den Umbau und die Sanierung des Hauses werden bereits seit dem Jahr 2016 von Fachplanern, Architekten, Theaterexperten, dem Pächter Staatsbad Pyrmont sowie dem Eigentümer vorangetrieben, heißt es.

Ein Großteil der Veranstaltungen wird in das Konzerthaus verlagert, einige in die Wandelhalle. Kurdirektor Maik Fischer ist dennoch optimistisch: „Es war immer unsere Planung, dass das Kurtheater als erstes Haus der Pyrmonter Veranstaltungshäuser umgebaut und saniert werden soll. Wir hoffen, dass die jetzige Schließung alle Prozesse beschleunigen wird.“