SPD ist gegen „Kita-Hopping“

Hameln. Die Pläne im Hamelner Rathaus, die Sonderöffnungszeiten in Kindertagesstätten davon abhängig zu machen, dass es künftig eine festgelegte Mindestzahl an Kindern gibt, stößt weiter auf Kritik. Eine Entscheidung hatte der Rat im Juni bereits vertagt, am Mittwoch, 19. September, stehen die geplanten Änderungen erneut zur Debatte.

Die SPD im Rat stellt sich aber weiterhin gegen das Verwaltungsvorhaben: „Den Elternwunsch zu erfüllen, ist unter den derzeitigen Bedingungen schon nicht leicht und würde mit diesem Vorgehen in Zukunft noch schwerer werden“, sagt Katja Schütte von der SPD-Ratsfraktion.

Es geht um die Zeiten vor und nach den regulären Kita-Öffnungszeiten. Bisher werden in jeder Einrichtung des gesamten Stadtgebiets diese Extra-Betreuungszeiten angeboten, sobald sich Eltern dafür entscheiden. Laut Verwaltung soll diese gängige Praxis auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten geändert werden. Zurzeit werde die Sonderbetreuung angeboten, sobald Bedarf auch für nur ein Kind besteht. Der Verwaltungsvorschlag nun: Ab dem kommenden Jahr sollen Sonderbetreuungszeiten nur dann eingerichtet werden, wenn in den Einrichtungen der Kernstadt mindestens acht, in den Ortsteil-Kitas mindestens fünf Kinder betreut werden müssen. Dies heißt: Wer also künftig Sonderbetreuungszeiten in Anspruch nehmen will, ist gezwungen, eine Kita zu wählen, in der sie auch zustande kommen. Die SPD fürchtet, dass so manche Kinder zu Sonderzeiten andere Einrichtungen besuchen müssten als zu den regulären Betreuungszeiten. „Aus pädagogischer Sicht ist ein Kita-Hopping nicht vertretbar“, erklärt Schütte. Die SPD sei daher nicht bereit, im Bereich der frühkindlichen Bildung „den Rotstift anzusetzen“. Als „familienfreundlich“ stuft die Fraktion die Verwaltungspläne nicht ein.

Die öffentliche Sitzung des Rates der Stadt Hameln findet am heutigen Mittwoch, um 18 Uhr, in der Mensa des Schiller-Gymnasiums statt.