Bürgermeisterkandidat istkompetent und parteilos

Aerzen. Die Aerzener Christdemokraten wollen mit Andreas Breitkopf einen Verwaltungsexperten aus den eigenen Reihen ins Bürgermeister-Rennen schicken. Darüber soll die Aufstellungsversammlung der CDU am Mittwoch entscheiden, teilte die stellvertretende Gemeindeverbandsvorsitzende Annegret Lorenz mit. „Andreas Breitkopf bringt Kompetenz mit und kommt von hier – das ist uns wichtig“, sagte sie über den einstimmigen Vorstandsbeschluss.

Vorbehaltlich der Nominierung durch die Partei würde der Dipl.-Verwaltungswirt dann im nächsten Jahr gegen den Ersten Gemeinderat Andreas Wittrock (SPD) antreten, wenn die Wähler über die Nachfolge des sozialdemokratischen Bürgermeisters Bernhard Wagner entscheiden. Nach einer stetigen beruflichen Karriere „sehe ich darin eine neue Herausforderung“, begründet Breitkopf seinen Entschluss.

Der 59-Jährige aus Grupenhagen ist seit dem vergangenen Jahr für die Finanzen der Stadt Hameln verantwortlich. Zuvor war der verheiratete Vater von zwei erwachsenen Kindern, der im Verlaufe seines Berufslebens verschiedene Positionen im Rathaus der Rattenfängerstadt innehatte, dort Abteilungsleiter im Bereich Schulen und Sport. Für die Aerzener CDU gehört Breitkopf seit 2011 der Ratsfraktion an – als Parteiloser. Und: Er soll im nächsten Jahr als unabhängiger Bürgermeister-Kandidat zur Wahl antreten, wie Lorenz für den Vorstand hervorhebt. „Auch das ist uns wichtig“, sagt die Aerzener Partei-Vize. In der SPD-Hochburg solle Breitkopf möglichst viele Einwohner als parteiloser Kandidat ansprechen.

Damit bleibe er seiner Linie treu, er verweist seit vielen Jahren wiederholt auf eine Parteimitgliedschaft angesprochen worden zu sein. „Ich will aber nicht auf Parteibasis arbeiten, sondern durch Fleiß etwas erreichen“, begründet Breitkopf. Inhaltlich gehe es ihm darum, in Aerzen „finanzielle Spielräume zu schaffen, um dann Schwerpunkte zu setzen“. Dabei bezeichnet er die Bereiche Familie und Bildung als „enorm wichtig“ und ausbaufähig. „Da ist in Aerzen noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.“

In der Fraktion genieße er großes Vertrauen. „Gelernt ist gelernt“, sagt Lorenz über den Ratsherrn und stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden, der sich in der CDU weit über Finanzfragen hinaus einen guten Namen als Kenner der Materie erarbeitet habe, sagt sie.

Bei der vergangenen Bürgermeister-Wahl hatte die CDU keinen eigenen Kandidaten aufgestellt. Bei zwei Urnengängen zuvor waren zwei auswärtige Bewerber, die für die Aerzener Christdemokraten angetreten waren, der SPD unterlegen.

Die Aufstellungsversammlung der CDU beginnt heute um 18.30 Uhr in der Gaststätte „Römer Eck“ in Groß Berkel. Anschließend ist für 20 Uhr eine reguläre Sitzung des Gemeindeverbandes geplant.