Piekser auf Geheiß: Grippe lässt grüßen

Hameln-Pyrmont (mes). Schnupfen, Husten, Halsschmerzen, Fieber – nach dem Sommer ist vor der Erkältung. Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür und damit auch die nächste Grippewelle. Ärzte raten jetzt zur Impfung. Auch das Gesundheitsamt des Landkreises Hameln-Pyrmont spricht sich dafür aus.

„Die jährliche Grippeschutzimpfung wird empfohlen für Schwangere, Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie für über 60-Jährige und medizinisches Personal“, sagt Landkreis-Sprecherin Nikola Stasko. „Neben den vier Hauptzielgruppen wird die Impfung auch allen Menschen mit erhöhtem eigenen Ansteckungsrisiko oder gefährdeten Personen im nahen Umfeld empfohlen“, fügt sie hinzu. Dazu zählen Personal in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr (zum Beispiel Busfahrer, Schaffner, Lehrer, Erzieher), enge Kontaktpersonen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit einem Grundleiden oder von Schwangeren sowie Menschen, die in Alten- und Pflegeheimen leben undPersonen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln.

550 Grippefälle habe es in der vergangenen Influenzasaison im Landkreis Hameln-Pyrmont gegeben. Eine Impfung sei ab sofort ratsam. „Nach dem schützenden Piekser dauert es zehn bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Um rechtzeitig geschützt zu sein, wird deshalb empfohlen, sich bereits in den Monaten Oktober oder November impfen zu lassen“, so Stasko.

Was unterscheidet eine Grippe eigentlich von einer Erkältung? Bei einer Erkältung ist ein anderer Virustyp als bei der Grippe aktiv. Es gibt insgesamt rund 200 verschiedene Viren, die eine Erkältung auslösen können. Auch die Anzeichen sind verschieden. Eine Grippe beginnt oft wie aus dem Nichts: Die Betroffenen entwickeln sehr schnell Symptome wie Fieber, Muskel- und Gliederschmerzen sowie einen trockenen Husten. Die Körpertemperatur steigt dabei auf bis zu 41 Grad Celsius an. Typisch für Grippe ist zudem eine starke Abgeschlagenheit. Die Infektion kann bei einigen Betroffenen aber auch leicht und weitgehend unbemerkt verlaufen. Eine Erkältung dagegen kündigt sich oft an, zum Beispiel mit einem Kratzen im Hals oder Reizhusten. Dann beginnt die Nase zu laufen. Die Betroffenen haben in der Regel kein oder kaum Fieber und sind nur mäßig abgeschlagen.

Tröpfcheninfektion

ist die größte Gefahr

Die meisten Menschen stecken sich durch eine Tröpfcheninfektion an. Das kann zum Beispiel passieren, wenn ein Erkrankter niest und andere Menschen die Viren mit diesen Tröpfchen einatmen. Die Grippeviren befallen vor allem Schleimhautzellen – zum Beispiel in der Nase. Dort vermehren sie sich und breiten sich weiter aus. Die Viren können zudem mehrere Stunden lang außerhalb des Körpers überleben – bei niedrigen Temperaturen sogar noch deutlich länger. Auf diese Weise ist auch eine indirekte Ansteckung möglich, wenn man Gegenstände anfasst, auf denen sich die Viren befinden. Das kann zum Beispiel durch eine Türklinke passieren, auf der sich Sekret eines Erkrankten befindet. Fasst man sich anschließend an die Nase, die Augen oder den Mund, kann man sich anstecken.

Eine Impfung schützt. Zudem hilft es, den Kontakt mit erkrankten Menschen zu vermeiden. Sinnvoll ist immer eine gute Handhygiene, also regelmäßiges Händewaschen. Es schützt auch, sich nicht mit den Händen ins Gesicht zu fassen, um mögliche Erreger erst gar nicht in die Nähe der Schleimhäute zu bringen. Bei einer starken Grippewelle kann es auch sinnvoll sein, anderen Menschen nicht die Hand zu geben. Ein starkes Immunsystem hilft dem Körper immer dabei, mögliche Erreger abzuwehren. Dazu tragen ausreichend Schlaf, Bewegung, frische Luft und eine ausgewogene Ernährung bei.

Bei der Grippe gibt es immer wieder schwere Verläufe und Todesfälle. Diese kommen vor allem bei den genannten Risikogruppen vor. Ein Problem sind sogenannte Sekundärinfektionen, weil die Grippe den Körper schwächt und so auch Bakterien gegenüber anfällig macht. Die meisten Todesfälle durch Grippe hängen nicht direkt mit dem Influenza-Virus zusammen, sondern gehen auf Folgeerkrankungen zurück. Typisch für solche Infekte sind Lungen- oder Herzmuskelentzündungen. Das oft hohe Fieber belastet darüber hinaus Herz und Kreislauf.

Auch die Grippe selbst kann gefährlich werden, wenn sich ein neuer und besonders gefährlicher Virustyp verbreitet. Dies kommt allerdings nur selten vor – zum Beispiel bei der berüchtigten „Spanischen Grippe“ zwischen 1918 und 1920.