Basberg: Ideales Bauland

Hameln. Wald und Felder vor der Haustür, Schulen und Hallenbad in der Nähe und nur zwei Kilometer bis zum Bahnhof und in die Altstadt: Das Wohnen am Stadtrand in Richtung Basberg ist zweifellos attraktiv. Steht dort ein Wohnhaus zum Verkauf, ist es in der Regel schnell vergeben. Die Nachfrage dürfte noch weiter zunehmen, sobald die Linsingen-Kaserne zum Bildungs- und Gesundheitscampus umgestaltet ist. Hamelner und Zuziehende schielen auf Wiesen, Kleingärten und Brachflächen in dieser Gegend und fragen sich: Wäre es nicht ideales Bauland?

Die Stadtverwaltung hält sich zurück. Sie verfolgt seit einiger Zeit die Linie, selbst keine Neubaugebiete zu entwickeln. Nach wie vor hat für sie die Vermarktung vom Hottenbergsfeld Vorrang und sollen Baulücken im Bestand gefüllt werden. Die Planer wollen nicht noch einmal wie einst bei Rohrsen eine überdimensionierte Infrastruktur schaffen und ein Fiasko erleben. Seit 16 Jahren wird dort versucht, 191 Eigenheim-Grundstücke zu belegen; 46 sind noch immer nicht verkauft. Gleichwohl: Wenn private Investoren die Angelegenheit übernehmen, wird im Rathaus auch das nötige Baulandverfahren in die Wege geleitet. Das zeichnet sich jetzt am Einsiedlerbach und am Riesackweg ab. Dort haben heimische Unternehmen ihr Interesse bekundet, Baugebiete anzulegen und zu vermarkten.

Am Einsiedlerbach gegenüber der Einmündung Am Borberg geht es um etwa 20 Häuser, in der Verlängerung des Vogelbeerweges um vielleicht 12 Gebäude. Das kündigte Stadtbaurat Hermann Aden kürzlich während des „Bürgerforums Basberg“ an.

Die Investoren befinden sich nach eigenen Angaben in den Verhandlungen mit den Eigentümern der Grundstücke; weil vertraglich nichts fixiert sei, möchten sie noch nicht an die Öffentlichkeit treten. Es sei in diesem Stadium auch noch nicht sinnvoll, Interessentenlisten anzulegen, erklären sie. Andererseits handelt es sich offensichtlich nicht um Projekte der fernen Zukunft: Aden empfiehlt, das Baulandverfahren „möglichst noch in diesem Winter“ zu starten. Denn der Genehmigungsprozess dauere für gewöhnlich ein Jahr und begönne mit der Artenschutzuntersuchung, die im Frühjahr stattfinden müsste.

Zeit ist durchaus auch für die Projektentwickler ein wichtiger Aspekt. Wie ein Beteiligter erklärt, drohen die Erschließungskosten davonzulaufen. „Allein 2017 haben sie sich um mehr als 10 Prozent verteuert.“ Hintergrund ist die gute Baukonjunktur, wodurch es schwierig geworden ist, Tief- oder auch Hochbauer zu bekommen. Werden die Nebenkosten zu hoch, geraten die gesamten Projekte ins Wanken. Gleichzeitig räumt der Experte ein: Bei Neubaugebieten geht es um „Lage, Lage, Lage“. Soll heißen: Der Hunger auf Filetgrundstücke ist groß – und dann lassen Interessenten dann auch manchen Euro extra springen. Kann eine Familie zum Beispiel aufgrund von Innenstadt-, Schul- und Arbeitsplatznähe auf eines ihrer Autos verzichten, eröffnet das finanzielle Spielräume. Außerdem locken die niedrigen Zinsen. „Billiger wird’s nicht“, dürfte für Bauwillige gelten. Bauzinsen von ein bis zwei Prozent sind laut Bankenverband keine Seltenheit, vor zehn Jahren waren es im Schnitt fünf bis sechs Prozent.