Camper steuern gern Bad Pyrmont an

Bad Pyrmont. „Man kann von der Lage und der Attraktivität eines Schotterparkplatzes halten, was man will, am Ende ist entscheidend, dass der Köder dem Fisch schmeckt und nicht dem Angler.“ So jedenfalls sieht es Karsten Stahlhut, denn im Falle des „Reisemobilhafens“ in den Emmerauen in Bad Pyrmont schmeckt der Köder den Fischen hervorragend. „Der Vorjahresendstand an kurbeitragspflichtigen Übernachtungen wird bereits in der vorletzten Oktober-Woche eingestellt werden“, teilte der Geschäftsführer der Bad Pyrmont Tourismus (BPT) mit, die den Platz betreibt.

Die Reisemobilbranche boomt ungebrochen und der Stellplatz in Bad Pyrmont profitiert davon, auch wenn es immer noch Camper geben soll, die dem früheren „viel schöneren“ Stellplatz am Gondelteich nachtrauern. „Per 23. Oktober dieses Jahres wurden bereits 11919 kurbeitragspflichtige Übernachtungen gezählt, der Ganzjahresendstand 2017 belief sich auf 12224 kurbeitragspflichtige Übernachtungen, zuzüglich der beruflich bedingten Übernachtungen, die in Summe konstant zwischen 300 bis 400 Übernachtungen pro Jahr beitragen“, ergänzt Marketingassistentin Regine Köpnick, die den Platz betreut.

Sollte für den Rest des Jahres 2018 „nur“ das Vorjahresniveau der Monate November und Dezember gehalten werden, schlüge am Ende ein gut zehnprozentiges Wachstum zu Buche. Das würde bedeuten, dass Bad Pyrmont derzeit stärker wächst als der Markt, dem aktuell ein Wachstum von rund 5 bis 6 Prozent für 2018 nachgesagt wird.

„Wir haben im Rahmen der Produktentwicklung in den letzten Jahren sehr viel Kreatives ausprobiert und sind auch mal ungewöhnliche Wege gegangen, wie zum Beispiel mit der Single-Woche“, so Stahlhut. Daher sei es sicher kein Zufall, dass den Pyrmonter Platz trotz eines vergleichbar sehr hohen Preises seit Jahren jedes Jahr zu den besten Stellplätzen in Deutschland in der Fachzeitschrift „Promobil“ nominiert werde. Bestätigt werde dies auch durch den rasant wachsenden Anteil der Wiederkehrer und der Gäste, die von vornherein länger als sieben Nächte bleiben, was für Wohnmobilisten eher ungewöhnlich sei. „Alleine dieser Wert konnte um 50 Prozent gesteigert werden, was die Attraktivität des Angebotes, wie des ,Pyrmont Plus Programmes‘, bestätigt,“ so der BPT-Chef. Die durchschnittliche Übernachtungsdauer liege um die 1,7 Nächte. Am Wochenende vor zwei Wochen seien erstmals alle 65 Stehplätze belegt gewesen, obwohl es in Bad Pyrmont keine besondere Veranstaltung gegeben habe.

Für Stahlhut steht fest, dass der Stellplatz aus der touristischen Angebotsstruktur Bad Pyrmonts nicht mehr wegzudenken ist. Mittlerweile steuert der „Reisemobilhafen“ etwa sieben Prozent des gesamten touristischen Übernachtungsaufkommens bei. Und das habe auch einen wirtschaftlichen Effekt, denn jeder Wohnmobilist konsumiere am Ort durchschnittlich für 45 Euro pro Tag und liege damit deutlich über einem durchschnittlichen Hotelgast, dessen Ausgaben sich auf rund 25 Euro bemessen lassen. „Die Rechnung der damaligen Befürworter und Entscheider scheint aufzugehen“, fügt er hinzu. Diese Bemerkung dürfte nicht von ungefähr kommen, denn bekanntlich musste Stahlhut die Einrichtung des Stellplatzes gegen erhebliche Widerstände aus der Politik durchsetzen.