Ein ziemlich unbekanntes romantisches Meisterwerk

Bad Pyrmont. Ein wahrlich ziemlich unbekanntes romantisches Meisterwerk, das Oratorium „Die letzten Dinge“ aus dem Jahre 1826 von Louis Spohr, hat Stadtkirchen-Kantor Dirk Brödling für seine Kantorei entdeckt. Erstmalig wird Sonntag, 25. November, um 18 Uhr die Kantorei der Christuskirche in ihrer 102-jährigen Geschichte ein Werk Spohrs aufführen. Das Konzert wird mit einem weltbekannten Meisterwerk eröffnet, dem ersten Satz aus der „Unvollendeten“ von Franz Schubert.

Neben der Kantorei der Stadtkirche Bad Pyrmont wirkt die Kantorei Bodenwerder (Einstudierung: Christiane Klein) mit. Durch diese Zusammenarbeit der Kantoreien wird gewährleistet, dass circa 80 Sänger neben dem großen Orchester gleichberechtigt bestehen können. Das Orchester „Ensemble Antico“ spielt auf historischen Instrumenten, die im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts noch üblich waren. Als Gesangssolisten sind Cosima Henseler (Sopran), Anne Mey (Alt), Lennart Hoyer (Tenor) und Andreas Elias Post (Bass) zu hören. Sie alle sind Absolventen renommierter Musikhochschulen und haben bereits vielversprechende Karrieren begonnen. Die Gesamtleitung hat Kantor Dirk Brödling.

Das Oratorium „Die letzten Dinge“ von Louis Spohr galt vielen Zeitgenossen seit seiner erfolgreichen Uraufführung in Kassel am Karfreitag 1826 als ein Meisterwerk, das in Deutschland und insbesondere in England eine weite Verbreitung fand. Spohr galt in Deutschland nach dem Tod von Beethoven (1827) und von Weber (1826) als der führende Komponist, bis in den 1840er Jahren Schuberts, Schumanns und Mendelssohns Werke zum Durchbruch kamen.

Als Violinvirtuose und Violinpädagoge genoss Spohr einen internationalen Ruf. Erst seit rund zehn Jahren findet sein oratorisches Werk wieder Beachtung. Von Spohrs vier Oratorien sind „Die letzten Dinge“ sicherlich als sein bedeutendstes Oratorium zu betrachten.

Inhaltlich passt das Werk vorzüglich zum Ewigkeitssonntag, denn es weist einen tröstlichen Weg in das Reich Gottes. Attraktiv wird das Werk durch die gleichberechtigte Rolle des Orchesters zum Chor, was sich zum Beispiel in zwei großen Sinfoniesätzen zeigt, die den ersten und zweiten Teil des Oratoriums eröffnen. Attraktiv sind auch die melodiösen Rezitative und die Gegenüberstellung des Gesangssolistenquartetts und des Chores.

Neben der Pyrmonter Aufführung findet einen Tag zuvor eine weitere in Bodenwerder-Kemnade statt.

Karten gibt es ab sofort im Vorverkauf zu je 20 Euro (ermäßigt: 15 Euro) in der Fürstenbuchhandlung in Bad Pyrmont.