Zeitrahmen für Umbau gefährdet

Hameln. Dass das Schulzentrum Nord im vorgesehenen Zeitplan, also bis Ende 2020, fertig wird, ist nicht garantiert: „Der Gesamtzeitplan ist gefährdet“, erklären die Projektverantwortlichen in ihrem jüngsten Sachstandsbericht. Die Gründe dafür liegen demnach in Verzögerungen, die durch „Rügen und Nachprüfverfahren“ entstanden sind. Im Zusammenhang mit dem großen Gewerk „Elektroarbeiten“ hatte es eine Beschwerde über den Ausgang der Ausschreibung gegeben (wir berichteten), die sich zeitlich ausgewirkt hat; auch bei der Dämmung an technischen Anlagen hatte es nach Auskunft der Verwaltung Verzögerungen gegeben. Daneben gibt es offenbar einige Unstimmigkeiten auf der Baustelle oberhalb der Basbergstraße.

Mitarbeiter für einige Gewerke seien beispielsweise weder auf der Baustelle noch in den Baubesprechungen erschienen, oder sie seien zu spät gekommen. Beides führe zu Abstimmungsdefiziten und zu „erheblichen Beeinträchtigungen im Ablaufplan aller Gewerke“. Wird ein Gewerk, in dessen Abhängigkeit andere stehen, nicht ausgeführt, kommt es zum Dominoeffekt. „Um einen reibungslosen Ablauf auf der Baustelle zu gewährleisten, müssen alle Gewerke eng miteinander arbeiten und die einzelnen Arbeitsschritte abstimmen“, sagt Stadtsprecher Thomas Wahmes. Zur Kündigung eines Auftragnehmers, weil er seinen Vertrag nicht erfüllt hat, sei es bislang aber nicht gekommen, so Wahmes. Ein zeitlicher Puffer, der zunächst eingeplant war, ist allerdings längst aufgebraucht, jede weitere Verzögerung hätte „somit unmittelbare Auswirkungen auf die Terminschiene“ und würde „dann in der Folge auch zu Mehrkosten führen“, heißt es weiterhin im Sachstandsbericht. Trotz allem gehen die Verantwortlichen in der Abteilung offenbar davon aus, dass „die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts und in der Folge dann auch des zweiten Abschnitts noch gemäß der Terminschiene erfolgen kann“. Ende 2020 sollen die Arbeiten an der IGS abgeschlossen sein. Die Brandschutzsanierung des Albert-Einstein-Gymnasiums ist laut Plan im Februar des nächsten Jahres beendet.

Bei den Kosten liegt der Bauherr – die Stadt Hameln – weiterhin unter den ursprünglichen Kostenberechnungen. Über eine halbe Million Euro weniger kosten die bislang vergebenen Aufträge als geplant. Für 58 Gewerke (75 Prozent) wurden Aufträge erteilt, die sich auf inzwischen 20,24 Millionen Euro summieren. Der jüngste Auftrag in Höhe von knapp 279000 Euro ging nach Ungarn, Budapest zum Unternehmen Sykomor Kft.

Für die Tischlerarbeiten, die laut Wahmes Handläufe, Fußleisten, Wandverkleidungen umfassen, hatten sich drei Unternehmen an der Ausschreibung beteiligt. Eines davon habe seinen Sitz im Postleitzahlenbereich 31… gehabt, teilt die Stadt auf Anfrage mit. Für heimische Betriebe, die häufig kleiner sind, sei die Auftragssumme vergleichsweise hoch, vermutet sowohl Kreishandwerksmeister Hauke-Wilhelm Bente als auch Eike Jürgens, Obermeister der Tischler-Innung, warum sich nicht mehr Unternehmen der Region um das Gewerk bemüht haben. Hinzu kommt, dass die Auftragslage zurzeit ohnehin rosig ist und die Unternehmen gut zu tun haben.