Mit Pop-up-Stores gegen Leerstand

Bad Pyrmont. Pop-up-Stores – manche sagen auch Guerilla-Stores – sind zeitlich begrenzte Läden, die oft unangekündigt an ungewöhnlichen Orten „aufpoppen“ und nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Auch Bad Pyrmont setzt auf dieses Konzept, allerdings geplanter und vor allem mit der Hoffnung verbunden, dass diese Geschäfte nicht wieder verschwinden, sondern dass aus den Betreibern Dauermieter werden.

Anzahl der

Leerstände minimieren

Vor gut zwei Jahren hat Karsten Stahlhut, Geschäftsführer der Bad Pyrmont Tourismus GmbH (BPT) das als Semesterprojektarbeit von Studenten der Universität Jade in Wilhelmshaven entwickelte Stadtmarketingkonzept für die Kur-stadt entdeckt und gemeinsam mit Bürgermeister Klaus Blome und dem Vorsitzenden der Werbegemeinschaft Bad Pyrmont, Helmut Fahle, ausgearbeitet. Erklärtes Ziel: „Wir wollen die Anzahl der Leerstände in der Innenstadt minimieren“, erklärte Stahlhut am Donnerstag zum Auftakt der Kampagne.

„Es gibt genügend Menschen, die immer schon dies oder das machen wollten, aber erst einmal in Ruhe abchecken, ob ihre Idee funktioniert und die dabei ein überschaubares Risiko eingehen wollen“, beschreibt der BPT-Chef die Zielgruppe, für die ein Pop-up-Store interessant sein könnte. „Jeder kann zum Beispiel für sich entscheiden, ob er seinen Laden zunächst nebenberuflich betreibt oder direkt voll durchstarten will.“

Willkommen sei jeder und jede mit einer coolen Idee, erläutert Stahlhut, besonders Menschen aus unserer Region mit vielleicht sogar regionalen Produkten. „Wir sind aber in alle Richtungen offen und werden keinen ausschließen“, betonte er. Dennoch werde man auf einen entsprechenden Mix an Läden achten, um dadurch auch die Attraktivität der Innenstadt zu steigern. „Einen Ein-Euro-Laden wollen wir mit Sicherheit nicht.“

Ansprechpartner für alle Geschäftsgründer ist die BPT, die ab sofort richtig die Werbetrommel rühren will. Die Vermarktung der Stores erfolgt über Social Media Plattformen, einer eigenen Webseite, Zeitungsartikel, Mundpropaganda und Flyern Der Betreiberwechsel soll mit einem Event verbunden werden, um neue Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Mit den Pop-up-Stores übernimmt die BPT eine klassische Stadtmarketingaufgabe. Doch dafür soll – unter anderem – ab kommenden Jahr der noch einzustellende Wirtschaftsförderer der Stadt zuständig sein.

Der erste Versuch mit einer Kandidatin in diesem Jahr war bekanntlich gescheitert. Die Stelle des Wirtschaftsförderers werde neu ausgeschrieben, dabei bleibe es, betonte Bürgermeister Blome, der von einer engen Verzahnung zwischen dem Wirtschaftsförderer und der Bad Pyrmont Tourismus spricht.

Letztere stößt mit den Bemühungen um die Pop-up-Stores an ihre finanziellen Grenzen. „Aus Bordmitteln ist das nicht jedenfalls nicht zu bestreiten, wir sind auf Sponsoren angewiesen“, bestätigte Stahlhut. Könnte die BPT, wenn sie mehr Geld zur Verfügung hätte, nicht auch noch mehr für das Stadtmarketing leisten? Blome will das nicht ganz ausschließen. „Darüber kann man sprechen“, beantwortete er diese Frage.